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Zum Direktor des Gymnaſiums hatte der Fürſt den geiſtlichen Rath und Dechanten Joh. Jakob Bauſch aus Großholbach(Amts Montabaur) ernannt. Damals ein Mann von 61 Jahren, war er im Laufe ſeines wechſelvollen Lebens Kurfürſtl. trieriſcher Hofkaplan, Acceſſiſt am Fürſtbiſchöfl. Vikariate zu Augsburg, apoſtoliſcher Protonatar, juris utriusque licentiatus auf der Univerſität zu Ingolſtadt, wirkl. geiſtl. Rath zu Augsburg, geiſtlicher Rath und Con⸗
ſiſtorial⸗Aſſeſſor in Koblenz, General⸗Viſitator der Pfarrei⸗Schulen und Klöſter, endlich Dechant
des Collegiatſtiftes zu Münſter⸗Maifeld(Kreis Mayen) geworden. Als der Krieg mit den Franzoſen und die Flucht des Kurfürſten alle Verhältniſſe änderte, hatte er 1799 zu Münſter⸗ Maifeld ein Privat⸗Erziehungs⸗Inſtitut gegründet und war ſpäter mit demſelben nach Boppard übergeſiedelt..
An der mit dem Gymuaſium zu verbindenden Normalſchule ſollte Bauſch den pädagogiſchen Unterricht ertheilen und außerdem als geiſtlicher Beiſitzer der in Ehrenbreitſtein errichteten Schul⸗ kommiſſion fungiren, von welcher weiter unten die Rede ſein wird.
In der Eigenſchaft eines Profeſſors der Normalſchule bezog er, wie alle Lehrer der Anſtalt, 400 Gulden, als Direktor 150 Gulden, als Aſſeſſor der Schulkommiſſion 150 Gulden, im Ganzen 700 Guldeu Gehalt. Dazu hatte er im Gymnaſium eine freie möblirte Dienſt⸗ wohnung, und die Stadt lieferte ihm jährlich 4 Klafter klein gemachtes Brennholz.
Zum Profkſſor der Katechetik an der Normalſchule und der Naturlehre für das Gymnaſium war Jakob Wirz erwählt worden, ehemals Profeſſor am Schulkollegium zu Coblenz und von der Kärlicher Mühle bei Neuwied gebürtig.
Für den Lehrſtuhl der Logik und Metaphyſik hatte die Regierung den weltlichen Haus⸗ lehrer Wilhelm Frorath in Ausſicht genommen. Allein der Fürſt verfügte, daß von der Be⸗ ſetzung dieſer Profeſſur vorläufig Abſtand zu nehmen ſei, da es ihm zweifelhaft erſcheine, ob die Verbindung eines wiſſenſchaftlichen Studiums der Philoſophie überhaupt, beſonders aber des Na⸗ turrechts, der philoſophiſchen Sittenlehre und der Metaphyſik mit dem gewöhnlichen Gymuaſial⸗ Lehrkurſus nothwendig und räthlich ſei. Bevor über dieſe Frage ein ausführliches Gutachten ſeitens der Schulkommiſſion erſtattet ſei, ſolle die Anſtellung eines eigenen Profeſſors der Philo⸗ ſophie nicht erfolgen. Um jedoch Frorath, der von allen Seiten als ein wiſſenſchaftlich wie pä⸗ dagogiſch gleich ausgezeichneter Lehrer bezeichnet wurde, für das Gymnaſium nicht ganz zu ver⸗ lieren, gab man ihm vorläufig den Lehrſtuhl für die Mathematik. Hierzu war bereits der Geo⸗ meter Rolshauſen in Ehrenbreitſtein auserſehen worden, man hatte ſich aber über die Bedingungen der Anſtellung mit dieſem nicht einigen können.
Für das Fach der Geſchichte und Geographie erwählte die Regierung den Weltprieſter Jacob Wörsdorf von Arnshöfen(Amts Wallmerod), welcher damals Hauslehrer der Kinder des Regierungs⸗Präſidenten und Vize⸗Kanzlers Kalt in Ehrenbreitſtein war. Er ſollte erſt im Jahre 1807 eintreten; jedoch Sereniſſimus beſtimmte, daß er ſofort ernannt werde.
Das Amt eines Profeſſors der Humaniora, d. i. der Poetik und Rhetorik übertrug man auf Empfehlung des Direktors Bauſch dem Weltprieſter Jakob Salker aus Coblenz.


