Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Nach dem Einziehen und Anfall ſo mancher geiſtlicher Stiftungen wird es Aufſehen und Nachrede veranlaſſen, wenn für beſſern Unterricht, Bildung und Schulweſen überhaupt, gar nichts geſchehen ſollte, Andre Staaten, beſonders Bayern, ſind damit vorangegangen. Die Verbeſſerung und Vermehrung ſchon vorhandener Proteſtantiſcher Schulen würde den Zweck nicht ſo erreichen.

Ob wir es blos zum Gymnaſio definiren oder auch ein Prieſter Seminarium*) damit in Verhindung ſetzen; darüber ſind ſelbſt die Opinionen unſrer katholiſchen Räthe noch getheilt.

Ich ſpreche nun zu dem Zweck einen Fürſtl. Naſſau Uſingiſcher Seits zu leiſtenden Bei⸗ trag an.

Sie erreichen ſo, und ziemlich wohlfeil ganz die nämliche Abſicht. Auch für ſie iſt Mon⸗ tabaur ziemlicher Mittelpunkt. Es iſt ein wohlfeiler, geſunder, ſtiller, ſitt⸗ licher Oxt.

Auch ſie mögen dieſen Beitrag nach dem Umfang Unſrer Anſtalt erhöhen.

Weilburg, deu 10. April 1805.

gez. v. Gagern. An den Herrn.

Präſ. Freyh. v. Marſchall.

Kehren wir zu den Verhandlungen über den Gymnaſialbau zurück. Mit Lebhaftigkeit war anfangs die Idee aufgefaßt worden; Terrainſchwierigkeiten, die ſich darboten, hatte man raſch be⸗ ſeitigt, unter Anderem einen alten Thurm, ein Ueberbleibſel der früheren Befeſtigungswerke, in kurzer Zeit abgebrochen und den Platz geebnet. Allmählich erkaltete der Eifer. Zu den Hinder⸗ niſſen, welche ſich bei Feſtſtellung des Bauplans zeigten, kam ohne Zweifel der Druck der Zeiten, (es waren die trüben Jahre der Schlachten von Auſterlitz und Jeua) ſo daß der Stadtrath be⸗ ſchloß, das Projekt vorläufig aufzugeben. Die Regierung zu Ehrenbreitſtein begnügte ſich mit der Herſtellung des bisherigen Gymnaſiums und genehmigte die Eroͤffnung der Schule, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der Stadtrath an ſein Verſprechen, ein neues Gebäude aufzu⸗ führen, auch für die Folge als gebunden erachtet werde.

Nachdem die nöthigen Vorbereitungen getroffen waren, trat die Anſtalt am 30. Mai 1806 in's Leben, an welchem Tage die erwählten Poofeſſoren feierlich in ihr Amt eingeführt wurden.

*) Das in dem obigen Briefe angedeutete Vorhaben, auch ein Prieſter⸗Seminar in Montabanr zu errichten, i*ſt nicht zur Ausführung gekommen, wiewohl der Erzbiſchöfliche General⸗Vikar Beck zu Limburg ſich auf v. Gagern's Anfrage ſehr günſtig darüber ausgeſprochen hatte. Doch haben mehrere Kandidaten der Theologie in hieſiger Stadt ihre Studien vollendet, indem emige tüchtige Geiſtliche freiwillig und unentgeldlich in der Anſtalt theologiſche Vorleſungen hielten. So erſehe ich aus den Akten, daß im Jahre 1815 der letzte Provinzial des aufgehobenen Franziskaner⸗Kloſters Wolfgang Pleyel am Gymnaſium Unterricht in der Theologie ertheilte und Herr Gymna⸗ ſial⸗Direktor Dr. Högg zu Arnsberg(ein ehemaliger Schlller des Gymnaſiums) ſchreibt mir unter dem 16. März c., daß dieſe Art theologiſcher Fakultät mit der Logika in den letzten Jahren des Beſtehens der Schule verbunden ge⸗ weſen ſei..

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