Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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. 16.

beinahe 14000 Gulden, wobei die nöthigen Materialien, als Sand, Steine, Bauholz, u. ſ. w. nicht berechnet wurden, da die Gemeinden des Amtes ſich erboten hatten, dieſe unentgeldlich zu liefern. Man fand die Summe zu hoch und vexlaugte einen neuen Plau. Derſelbe entſprach zwar in Be⸗ zug auf die Höhe der Koſten(9500 Gulden) dem was die Stadt anzulegen bereit war; aber gegen die Zweckmäßigkeit der inneren Einrichtung, die Würde des Aeußeren, die Ausführbarkeit u. ſ. w. wurden ſo viele Bedenken erhoben, daß man auch dieſen Plan verwarf. von Coll heſtand auf der Annahme des erſten Entwurfs und erklärte, die Stadt müſſe mindeſtens 10000 Gul⸗ den opfern, 3000 Gulden ſollten aus dem Doctionsfonds zugeſchoſſen werden. Der Bürger⸗ ausſchuß, über dieſe Vorlage zu entſcheiden aufgefordert, beſchloß den erſten Schweitzer'ſchen Plan zu Grunde zu legen, jedoch von einem Sachverſtändigen vorhey eine Beurtheilung desſelben zu erbitten. Der hiermit beauftragte Hofbandirektor Major Seiz in Chrenbreitſtein bezeichnete den ihm vorgelegten Entwurf als durchaus unzweckmäßig und erklärte obendrein, daß die Aus⸗ führung zum Wenigſten 20000 Gulden koſten werde. Darauf bat ihn der Stadtrath um einen eigenen Bauplan, der ſehr lange auf ſich warten ließ, und als er in Begleitung einer Rechnung von 276 Gulden für die Anfertigung endlich eintraf, mit einem Koſtenanſchlage von 14970 Thalern abſchloß. Das war dem Stadtrathe doch zu toll. In ſeinem Aerger weigerte er ſich, den Betrag der Rechnung des p. Seiz zu zahlen, und mußte einige Jahre ſpäter durch Regierungs⸗Verfügung dazu gezwungen werden. Auch Schweitzer war inzwiſchen erzürnt, daß man einen Anderen zu Rathe gezogen, und wollte ſich, da die Väter der Stadt nunmehr wieder zu ihm ihre Zuflucht nahmen, auf nichts weiter einlaſſen. So gerieth die Sache in's Stocken, obwohl noch im September 1805 der Stadtrath in einer Dankadreſſe an den Fürſten ausdrücklich verſpricht, durch Aufſtellung eines neuen Gymnaſialgebäudesein Monument zu errichten, welches die wohlthätigen Geſinnungen Hochfürſtlicher Durchlaucht für alle Zeiten verewigen ſolle. In der an Superlativen reichen Eingabe wirddem beſten Landesvater, der einer nach beyſpielloſem Kriegsdruck geſunkenen Stadt die froheſten Ausſichten zur Wiedererhebung und Befeſtigung ihrer Nahrungsquellen durch huld⸗ reichſte Errichtung der Hauptlandes⸗Schule eröffnete, namens der geſammten Bürgerſchaft der wärmſte Dank für die Bezeigung dieſer höchſten Gnade mit dem innigſten Wunſche zur beglückten langen Fortdauer Höchſt Dero Regierung unterthänigſt gehorſamſt ausgeſprochen. Allerdings hatte die Stadt alle Urſache, dem Fürſten dankbar zu ſein. Folgende Zuſchrift des Naſſau⸗Weil⸗ burgiſchen Miniſters Freih. von Gagern au den Naſſau⸗Uſingiſchen Präſidenten Freih. von Marſchall, in der freilich erfolglos um einen Beitrag zu dem neuen Gymuaſium gebeten wurde, beweiſt zur Genüge, in wie hohem Grade ſich Montabaur der Gunſt der Regierung zu er⸗ freuen hatte..

Wir ſind jetzt damit beſchäftigt, eine katholiſche Schul⸗Anſtalt anzulegen; und zwar mit ziemlich bedeutenden Koſten. Dazu iſt, wegen mancherlei Bequemlichkeiten die Stadt Montabaur auserſehen.

Die groſe Proportion katholiſcher Unterthanen in der Population bewegt Uns⸗ dazu.