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der, welcher ſie nicht verſtand, oder nicht ſprach, ſich gleichfalls für nicht geſellſchaftsmäßig in vor⸗ nehmeren Cirkeln geachtet ſah. Dermahl, da dieſe Sprache immer allgemeiner wird, und den Um⸗ gang faſt mit allen gebildeten Nationen erleichtert— da ſie in Handel und Wandel, in allem Verkehr und Geſchäften mit den uns angränzenden Franzoſen erfordert wird; ſo iſt natürlich noth⸗ wendig, in die Lehrgegenſtände auf dem Gymnaſium die Kenntniſſe der Franzöſiſchen Sprache mit einfließen zu laſſen, dergeſtalt, daß wenigſtens diejenigen Schüler, deren eigene Neigung, oder deren Eltern Wille es verlangt, durch Privat⸗Lectionen den Unterricht darin erhalten.“ Bei der Geſchichte wird hervorgehoben, daß genau die Urſachen und Folgen der Ber⸗ änderungen zu„prüfen ſeien, welche die Erde und die Menſchen in ihrem phyſiſchen, politiſchen und moraliſchen Zuſtande erlitten haben.
Nachdem ſodann auf die Wichtigkeit des Studiums der Geographie, der Mathe⸗ matik und der Aeſthetik hingewieſen iſt, wendet ſich von Coll zu einer Beſprechung des Unterrichts in der Philoſophie, deren Würde und Bedentung er mit begeiſterten Wor⸗ ten preiſt:„Die Philoſophie iſt eigentlich die Sonne, die den Verſtand des Jüng⸗ Uings mit ihren wohlthätigen Strahlen aufhellen und erleuchten muß. Durch ſie wird jede Finſterniß verſcheucht, und die Wahrheit au's Licht gezogen;— Das Weſentliche und der wahre Zweck des unterrichtes in dieſer Wiſſenſchaft beſteht aber nicht in ſcholaſtiſchen Formeln und Dis⸗ putier⸗Uebungen, ſondern vorzüglich darin: daß die Scholaren zu Freunden der Wahrheit und Weisheit gemacht werden. In den philoſophiſchen Claſſen ſollte daher aller Secten⸗Geiſt ver⸗ bannt, und dafür wahre Lebens⸗Weisheit gelehret werden. Der Lehrer muß vor allen Dingen den ſo leicht aus den Augen verlierbaren Zweck aller Philoſophie— nicht für die Schule, ſondern für das Leben zu lehren— im Auge behalten; außer dem wird ſie hohes Spiel für die Schule, da ſie doch die ſchönſte— inhaltvollſte Frucht des Lebens werden ſoll. Das Vorurtheil muß beſiegt werden, als ſey Philoſophte nur Sache des Wiſſens. Nein! ſie ſey mit Hinwegwerfung aller verdrehenden Schulfuchſerey die Führerinn in den Grundſätzen des Recht⸗ handelns gegen die Scheingründe und Mißbegriffe ſeyn wollender Freydenker— Spötter— Zweifler— und Anarchiſten ſowohl, als gegen die Trugwerke und Unthaten egoiſtiſch— fanatiſch — und despotiſch geſinnter Hypocriten.“ Den Unterricht in der Naturgeſchichte und Phyſik will von Coll in den Lectionsplan der beiden philoſophiſchen Claſſen Logica und Phyfica verwieſen ſehen; dagegen ſollen Kalligraphie und Zeichnen vorzugsweiſe in den unteren Klaſſen betrieben werden. Im Zeichnen ſei weniger auf die Kunſt, Landſchaften, Proſpecte, Figuren und Portraits zu entwerfen, Gewicht zu legen, als darauf, daß der Schüler„nicht nur Gegenſtände, wie man ſie ſieht, als Meubeln, Maſchinen und Anlagen zu zeichnen im Stande ſei, ſondern auch zur Theorie der Perſpective, zur Gewandheit in geometriſchen, architectoniſchen Riſſen, ſowie zur geſchickten Aufnahme einer Carte gelange.“ Ein Theil der Lehrſtunden müſſe den Regeln der Baukunſt gewidmet werden. Muſik, Tanzen, Reiten und Fechten ſeien zwar für die Bildung des Jünglings nicht gleichgiltige Gegenſtände; doch ſei die Sorge für dieſe Kunſtfertigkeiten dem Privat⸗


