werde, die Wünſche der Stadt Montabaur thunlichſt zu berückſichtigen ſeien.“ Bei dieſer erſten Vorſtellung ließen es jedoch die Vertreter der Stadt nicht bewenden. Unter dem 18. Auguſt 1804 ſenden Bürgermeiſter Saurborn und Stadtſchreiber Schaaff abermals eine Denkſchrift an den Landesherrn, in welchem die„demüthigſte und flehentlichſte Bitte erneuert wird, das Verſiegen aller Nahrungsquellen für die Stadt durch hierher Verlegung der höheren und niederen Landes⸗ ſchulen zu verhindern.“ Die Vorzüge, welche die Stadt im Vergleich zu andern Orten biete, werden ausführlich dargelegt und die Verſprechungen, nach Möglichkeit zu den Koſten der Anſtalt beizutragen, nachdrücklich wiederholt und bekräftigt. Und in der That ging die fürſtliche Regierung in Ehrenbreitſtein auf das Geſuch des Stadtraths zu Montabaur ein und wählte, obwohl Limburg und Ehrenbreitſtein um die gleiche Gunſt baten, Montabaur zum Sitz des neu zu errichtenden Gymnaſiums.
In der nachſtehenden Verfügung beſtätigte der Fürſt Friedr. Wilhelm die gemachten
Vorſchläge:
„Von Gottes Gnaden Friedrich Wilhelm Fürſt zu Naſſau. Pfalzgraf bei Rhein, Graf zu Sayn, Königſtein, Katzenelnbogen und Dietz, Burg⸗ graf zu Hammerſtein, Herr zu Mahlberg, Wiesbaden, Idſtein, Merenberg, Limburg und Epp⸗ ſtein ꝛc. ꝛec.
Wir haben euern vom 21lten October abhin datirten präliminar Vortrag über die katho⸗ liſchen Schulanſtalten im Lande im Ganzen genehmigt.
Zuvorderſt erklären Wir durch die gegenwärtige Urkunde verbindlich für Uns, Unſere Erben und Nachfolger an der Regierung, daß Wir auf ſolche Renten oder die dieſſeits rheiniſchen Fragmente deſſen, was ihr vorher den Doctions⸗Fond nanntet, irgend einen Anſpruch zu machen und davon etwas in Unſern kammeral Nutzen zu verwenden, oder einige Stellen des Reichsſchluſſes in der Entſchädigungs⸗Sache dahin zu interpretiren keineswegs gemeint ſeyen, ſondern dieſe Einkünfte dem Fond des katholiſchen Schulweſens im Lande in allen ſeinen Zweigen wollen auf alle Zukunft gewidmet wiſſen. Gleichwie ihr nun bereits die Sammlung und Entdeckung dieſer Renten euch habt rühmlich angelegen ſeyn laſſen, auch einige derſelben wirklich verwaltet, ſo habt ihr ungeſäumt die ferneren Schritte zu thun, um alles dahin Gehörige unter eine Obhut und unter eure Verwaltung zu bringen, das Rechnungsweſen zu erledigen, die künftige Adminiſtration auf die wohlfeilſte Art einzurichten, die Anſprüche derer, die darauf vorher irgend eine Anweiſung hatten, rechtlich zu prüfen, und Uns über alle dieſe Gegenſtände ſeiner Zeit den Bericht und respective den Antrag vorzulegen.
Was nun die Errichtung der Hauptlandesſchule betrifft, ſo ſcheint Uns die Stadt Montabaur dazu in Rückſicht ihrer geſunden und ceutralen Lage, der Wohlfeilheit der Lebensmittel, der Sittlichkeit und des biedern. Schlages der Einwohner, auch weil daſelbſt ein ſolches Gebäude


