Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Kapelle des für 24 Perſonen fundirten Hoſpitals eingeräumt worden. Sie bauten daran ihr Kloſter anfangs für 8 Mönche. Nach Linz betrug die Zahl der Franziskaner⸗Patres im Jahre 1787 24, neben denen noch 3 bis 4 Laienbrüder wohnten. Das Kloſter iſt um 1813 aufgehoben, das Gebäude zum Amthaus beſtimmt, die Kirche 1824 niedergeriſſen worden.

Da die große Menge von Geiſtlichen durch die Seelſorge nicht hinlänglich beſchäftigt war, ſo lag wohl manchem Kleriker der Gedanke nahe, im Unterricht und in der Erziehung der Ingend eine würdige und befriedigende Thätigkeit zu ſuchen. In dieſem Umſtande ſowie in dem Wunſche vieler Eltern, ihren Kindern eine höhere wiſſenſchaftliche Ausbilduug zu geben, iſt ohne Zweifel die erſte Veranlaſſung zur Gründung der lateiniſchen Schule zu ſuchen. Die Geriugftgigkeit des Schulfonds war kein Hinderniß, da die Geiſtlichen ohnehin durch die Einkünfte ihrer Vicarien ausreichenden Unterhalt fanden und das Schulgeld der Zöglinge das etwa Fehlende erſetzte. Wann die Anſtalt die in der Bittſchrift des Stadtraths vom Jahre 1803 gebrauchte BezeichnungGym⸗ naſium angenommen, vermag ich nicht anzugeben, ebenſowenig wie den Zeitpunkt, in welchem ihr das jetzige Elementarſchulhaus zur Benutzung ſeitens der Stadt überlaſſen wurde. Hofrath Linz ſpricht in ſeiner Chronik nur vonLehrern des Tyrocinii und an einer anderen Stelle vonStudenten⸗Schuhllehrern. Im Jahre 1802 wurde der Schulfonds von 1210 Thaler auf 1610 Thaler erhöht, indem der Paſtor Göbel zu Nentershauſenzur Beſoldung für den Pro⸗ feſſor der Rhetorik in Montabaur ein Kapital von 400 Thalern vermachte.

Ueber die innere Einrichtung, den Lehrplan u. ſ. w. der Anſtalt erfahren wir aus den vorhandenen Quellen nichts. Im Anfange des 19. Jahrhunderts muß ſie in argem Verfall ge⸗ weſen ſein. Denn der Regierungsrath von Coll ſagt in einem weiter unten näher zu beſprechen⸗ den Berichte an den Präſidenten Freih. v. Gagern zu Weilburg, d. d. Ehrenbreitſtein 27. Dez. 1805von den Stadtſchulen in Ehrenbreitſtein, Limburg und Montabaur ſei zwar die letztere noch die beſte, aber auch ſie tange nicht viel, da bei der jüngeren Jugend der Unterricht darin beſtehe, daß man ihr den Katechismus vorträgt und ſich begnügt, wenn ſie Fragen beantworten kann, die ſie nicht verſteht, während man es übrigens, wenn es ſonſt gut geht, über das Leſen, Schreiben und etwas Rechnen nicht weiter hinaustreibt. Für einen andern Theil der Jugendgebe man ſich faſt ganz allein mit den Anfangsgründen der lateiniſchen Sprache ab, und das was für die Schüler das Wiſſenswürdigſte wäre, ſie mögen zum Studieren oder zum bürgerlichen Leben be⸗ ſtimmt werden, unterbleibe oder werde nur oberflächlich behandelt. In dem letzteren Satze iſt jedenfalls das Tirocinium gemeint. Daß bereits einGymnaſium in Montabaur vorhanden ſei, wird in dem umfangreichen Aktenſtück mit keiner Silbe angedeutet. Vermuthlich waren um den Anfang dieſes Jahrhunderts nur wenige Klaſſen und Schüler noch übrig; was um ſo wahrſchein⸗ licher wird, wenn wir aus den Rathsprotokollen erſehen, daß die eine Hälfte des ſog. Gymnaſiums von der Stadt an Private vermiethet war.

Das oben erwähnte Geſuch des Stadtraths zu Montabaur vom 26. September 1803 fand beim Fürſten eine ziemlich günſtige Aufnahme, indem es an die Regierung im Thal(Ehren⸗ breitſtein) mit der Verfügung geſchickt wurde, daßwenn von Errichtung der Schulen die Rede ſein