Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Da Hauptſchluß der außerordentlichen Reichsdeputation vom 25. Februar 1803 be⸗ ſtimmte in§. 12, daß dem Fürſten von Naſſau⸗Weilburg als Entſchädigung für die im Frieden zu Lüneville am 9. Februar 1801 an Frankreich abgetretemen linksrheiniſchen Beſitzungen(Kirch⸗ heim⸗Bolanden, Stauff und Saarwerden, im Ganzen 8 Quadratmeilen mit 18000 Einwohnern) der auf der rechten Rheinſeite gelegene Theil des aufgehobenen Kurfürſtenthums Trier, namentlich die Aemter Montabaur, Limburg, Herſchbach, Wellmich, Ehrenbreitſtein, Vallendar, Engers, Cam⸗ berg und Wehrheim nebſt den Abteien Arnſtein, Schönau und Marienſtadt zufallen ſollten. Da⸗ durch erhielt Naſſau⸗Weilburg zum Erſatz für das Verlorene 16 Quadratmeilen mit 37000 Einwohnern.

Seit Jahrhunderten hatte Montabaur unter der Regierung der Erzbiſchöfe von Trier geſtanden*) und ſich wohl gefühlt unter dem Krummſtabe. Nicht ohne Unmuth und Beſorgniß fügten ſich die Bewohner jetzt dem Scepter des neuen Herrſchers. Allein die landesväterliche Fürſorge, welche Friedrich Wilhelm von Naſſau⸗Weilburg ſeinen neuen Unterthanen widmete, ge⸗ wann ihm bald alle Herzen. Vorzüglich ließ er ſich die Hebung des Schulweſens in ſeinen neu erworbenen großentheils katholiſchen Landestheilen angelegen ſein. Am 26. September 1803 ſandte der Stadtrath von Montabaur an den Fürſten ein Geſuch, in welchem die Ueberzeugung ausgeſprochen wurde, daß dieSorgfalt hochfürſtlicher Durchlaucht unter anderen auch für das wiſſenſchaftliche Fach eine neue Einrichtung mit dazu erforderlichem Fond beſtimmt habe und daß dazu dahier im Mittelpunkte des Landes der ſchickliche Orth zur Errichtung der niederen und höheren Landes⸗Schulen ſein moͤge? Montabaur werde durch die bevorſtehenden neuen Einrichtungen wie z. B. durch die beabſichtigte Vertheilung des Amtes ſo ſchwer geſchädigt werden, daß es billig erſcheine,ein Staats⸗Etabliſſement hierher zu verlegen. Die Stadt ſei erbötig, das Ihrige nach Kräften beizutragen, vor Allem zum Hauptgebäudedas bißherige Gymnaſium einzuräumen und

2) Die Stadt oder vielmehr die Burg hatte in den älteſten Zeiten den Namen Humbach, zuerſt in einer Urkunde vom 15, Februar 959 erwähnt wird. Damals gehörte ſie dem Herzoge Hermann von Alemannien. Später wurde der Ort Eigenthum der trieriſchen Kurfürſten. Den Namen Montabaur gab ihm 1217 der Erzbiſchof Dietrich II, welcher die Feſte neu erbaute und ſie nach dem Berge, auf dem Chriſtus feinen Jüngern verklärt erſchien, Mons Tabor(Montabaur) nannte. Dieſe Benennung wurde bald auf den am Fuße des Berges liegenden Ort übertragen, der ſchon im Jahre 1291 durch König Rudolf Stadtrechte erhielt. S. Hennes

Geſchichte der Grafen von Naſſau I. 20 S. 160 f, Schliephake Geſchichte von Naſſau 1. 378 ff. und Kehrein Beitrag zur Geſchichte der Stadt und Burg Montabaur.

unter welchem ſie