Aufsatz 
Geschichte der Friedrichsschule zu Wiesbaden : Separatabdruck aus dem Programm des königlichen Gymnasiums, Ostern 1880 / von Fr. Otto, Oberlehrer am königlichen Gymnasium zu Wiesbaden
Entstehung
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hältnissmässigen Beitrag der Eltern; etwa 1000 fl. würden für den aufgestellten Zweck ausreichen; die Berathung über die Ausführung des Projects werde am besten einer Commission übergeben.

Der Fürst ging auf diese Vorschläge ein und rescribirte am 19. November 1805 eigenhändig: Es sollen die Schulanstalten in Wiesbaden überhaupt verbessert werden. Zu dem Ende soll 1. aus den uns zugefallenen Renten und den schon vorhandenen milden protestantischen Stiftungen ein Fond von 800- 1000 fl. ausgesetzt werden, welcher nach einem zweckmässigen Plan zur Verbesserung der Schulanstalt zu verwenden ist und hinreichen wird in Verbindung mit den honorariis, welche die Eltern an die Lehrer zu entrichten haben. 2. Ist nunmehr der Plan selbst durch eine gemischte Commission zu entwerfen und seiner Zeit vorzulegen.

Nunmehr ging es rasch und freudig an das Werk, zumal Smus wünschte, dass die neue Schule zu Ostern 1806 in's Leben trete, was freilich nicht ermöglicht wurde. Zu Commissarien für Entwerfung eines neuen Schulplans, die aber auch in anderen Fragen zu Rathe gezogen wurden, werden am 10. Januar 1806 ernannt der Superintendent Bickel, Regierungsrath Ibell, Hofgerichtsrath Wurm und Rector Schellenberg. Von diesen schieden Ibell und Wurm bald aus, da jener in dem politisch so bedeutungsvollen Jahre in anderen Zweigen der Verwaltung verwendet, dieser auf seinen Wunsch durch den Regierungsrath Kayser ersetzt wurde; der letztere wurde denn auch in der Folge ein höchst thätiges Mitglied der Schul- commission.

Wir wollen nunmehr den Fortgang der Verhandlungen nach den drei Gesichtspunkten, welche den Mittelpunkt bildeten, verfolgen, indem wir zuerst die Beschaffung der Geldmittel, dann die Frage wegen des Locals und zuletzt den Lehrplan und die Besetzung der Lehrstellen erörtern.

1. Was die Geldmittel betrifft, so verwilligte der Fürst den grösseren Theil, das Consistorium schoss einen kleinen Betrag aus den Gefällen des Klosters Clarenthal zu; ferner verfügte der Fürst, dass eine dem französischen Sprachlehrer Carvin auf Widerruf verwilligte Summe zur Aufbesserung des Schul- wesens verwendet werde; dazu trat das Schulgeld, dessen Betrag am 11. October 1806 auf 10 fl. für jeden Schüler festgesetet wurde. Es ergab alles zusammen die bescheidene Summe von etwa 1270 fl.

Eine Aufzeichnung vom 2. October 1806 zählt die gesammten verwilligten Mittel also auf:

I. Geld: 1) aus dem Clarenthaler Kloster....... 150 fl. kr.,

2) aus der Rentei............ 650 3) Besoldung des Carvyin.......... 75 Summa....... 875 fl. kr.

II. Naturalien: 1) aus dem Clarenthaler Kloster 10 Malter Korn,

angeschlagen zu....... 45 fl. kr., 2) aus der Rentei 20 Malter Korn, angeschlagen zu 90»» 3)»»» 15» Gerste,* 48» 45»

Summ. 185 15»

III. Drei Klafter Holz, angeschlagen z......... 15»

IV. Schulgeld etwa.................. 200

Summa.. 1273 fl. 45 kr.