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Durch das Schwan'sche Haus kam er mit den bedeutendsten Geistern jener Zeit und hoch- gestellten Kunstfreunden in Berührung und Verbindung. Hier lernte er im Februar 1775 Göthe auf seiner Rheinreise mit Fr. H. Jacobi kennen. Der Letztere, welcher sich sehr für Müller interessirte, lud ihn zu sich nach Düsseldorf ein. Noch in demselben Jahre soll Müller dort einige Tage zugebracht haben ¹). 1.
Durch Jacobi trat er den Göthe'schen Kreisen näher und damit auch den Männern, welche in dessen unmittelbarer Umgebung waren.
Er schloss Freundschaft mit H. L. Wagner, der ihn zu Anfang 1776 auf seiner Reise nach Strassburg in Mannheim aufsuchte. Von dort, wie von Prankfurt aus, wohin Wagner im Herbste zurückgegangen war, stand dieser mit Müller in brieflichem Verkehr. Sie tauschten gegenseitig ihre dichterischen Erzeugnisse aus. Durch jenen wurde Müller in dem Frankfurter Kreise bekannter, man schätzte ihn als Dichter und die Frau Rath war ihm wolgewogen ²).
In die gleiche Zeit fällt Müller's Bekanntschaft mit dem unglücklichen Dichter Lenz. Der alle aufstrebenden Geister vereinigende Göthe und das gemeinsame Interesse am Mann- heimer Nationaltheater verband die Beiden innig. Durch Lenz suchte Müller das Engagement Eckhof's für die Mannheimer Bühne zu veranlassen. Auch sie sandten sich ihre Productionen zu; Lenz die Soldaten, Müller seine Pfalzgräfin Genovefa, welche jener verlangt hatte, um sie dem Herzog in Weimar vorzulesen ³). Als Lenz im November 1776 von dort abgereist war, brachte er wieder in Mannheim einige Wochen zu in der Gesellschaft seiner und Müller's Freunde.
Auch zu dem Letzten„der Göthianer-Trias“, Klinger, trat Müller in ein Teener persönliches Verhältnis. Das Jahr 1776, so reich an Bekanntschaften für Müller, führte ihm unter Andern den wunderlichen und abenteuerlichen Kraftapostel Christoph Kaufmann aus Winterthur zu ¹).
Auf seinen Kreuz- und Querzügen von der Schweiz nach Dessau, wohin er von Basedow berufen war, kam er von Schlosser zu Emmendingen und dem markgräflich badischen Hofe um die Mitte des Jahres auch nach Mannheim. Für Müller's leicht erregbaren Sinn hatte die eigenthümliche Persönlichkeit Kaufmann's einen besonderen Reiz. Die schwärmerische Richtung und die physiognomische Liebhaberei, welche derselbé mit Lavater theilte, zogen ihn an. Er nahm Kaufmann mit nach Heidelberg, wo er ihn seinen Freunden, den beiden Wundt, Karl Kasimir und Ludwig, vorstellte und brachte ihn auch nach Kreuznach 9 zu seiner Mutter und seinen Geschwistern, unter welchen ihn die 16 jährige Priederike durch ihre glänzende Schönheit fesselte. Auf diesen Streifereien taufte Müller seinen Freund mit dem Namen Gottesspürhund, wie er ihn auch unter dieser Bezeichnung in seinem Faust
¹) Dem steht jedoch entgegen der Heinse'sche Brief vom 19. März 1776, Werke 8, 136. ²) Wagner an Müller 15. Mai 76, id. ad eund. 22. October 76 und 9. Februar 77.
³) Lenz an Müller 16. April 1776..
⁴) Vergl. Düntzer: Christoph Kaufmann in Raumer's Histor. Taschenb. 1859, S. 107 ff. ³) Müller’'s Werke I., 355.


