Aufsatz 
Der Mythus der Götterdämmerung, seine ethische und pädagogische Bedeutung
Entstehung
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an den Finger steckt. Doch die dämonischen Geister der Finsternis, Alberich und sein Anhang, bedrohen die Besitzer mit dem Tode, um ihr früheres Besitztum wiederzugewinnen.

Dies bereitet die Katastrophe der Götterdämmerung vor, den Tod Siegfrieds und Brunhildens und damit den Untergang der Götterwelt, der gleichermassen mit dem Schicksal jenes Ringes eng verknüpft ist. Die Liebe Brunhildens genügt dem Thatendurste Siegfrieds nicht, sein Verhängnis führt ibn nach Worms an Gunthers Königshof, wo man ihm vermittelst eines Zaubertrankes das Bild seiner ersten Braut auslöscht und ihn mit des Königs Schwester Gudrun verbindet.

Hier spinnt der grimme Hagen, nach Auffassung R. Wagners ein Sohn des rachsüchtigen Zwerges Alberich, die Fäden der Intrigue, um jenen fatalen Ring des Nibelungen wiederzuge- winnen. Doch den trägt noch Brunhilde als Verlobungsring an ihrer Hand. Darum muss diese wieder zugezogen werden, und Siegfried muss sie seinem zukünftigen Schwager Gunther als Braut erringen. Unter der Maske Gunthers dringt der Held zum zweiten Male durch die Waberlohe, gewinnt die wider- strebende Brunhilde für den Burgunderkönig und entreisst ihr dabei den verhängnisvollen Ring des Nibelungen. An diesem erkennt Brunhilde später ihren wirklichen Erlöser und erklärt ihn für ihren Verlobten, ihren eigentlichen Gatten. Gunther, der nichts von jenem ersten Verlöbnis weiss, glaubt sich in seiner Ehre beschimpft und lässt Siegfried durch Hagen auf der Jagd ermorden. Umsonst hatten zuvor die Rheintöchter den Helden gebeten, ihnen den todbringenden Ring auszuliefern. Furchtlos verlacht er ihr Drohen und geht so eigenwillig seinem Untergang entgegen. Rührend und ergreifend sind die Rück- erinnerungen, in denen sich Siegfried vor seinem Ende ergeht, dumpf und erschütternd klingen die gedämpften Töne des Trauermarsches bei der UÜberführung seiner Leiche. Umsonst versucht Hagen dem Toten den Ring des Nibelungen zu ent- reissen; drohend erhebt sich der Finger, aber Brunhilde zieht dem heissgeliebten Bräutigam den ihr zukommenden Verlobungs- ring ab, um dessen Wiederbesitz die Rheintöchter sich an sie gewendet. Sie besteigt hierauf den Scheiterhaufen Siegfrieds, um sich im Tode mit ihm zu vereinen. Zuvor aber wirft sie