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den Rheintöchtern den unheilvollen Ring zu, dem sich Hagen vergebens nachstürzt, ihn zu erhaschen.
Lodernd und prasselnd steigen die Flammen aus dem Scheiterhaufenempor und erfassen das stolze, irdische Königsschloss; aber mit dem Untergang des geliebten Wälsungengeschlechtes und der Rückkehr des Nibelungenrings in die Tiefe der Gewässer ist dem Schicksalsspruche gemäss auch der Untergang der Götterburg Walhalla und ihrer Herrlichkeit verknüpft. Blutig- rot wie glühendes Nordlicht erscheint die Götterhalle in Flammen und verschwindet. Doch aus der Asche klingt die tröstliche Verheissung, dass selbstaufopfernde Liebe den selbstverschuldeten Fluch tilgt und versöhnt. Für den Verlust alles Irdischen entschädigt nur selbstloses Entsagen, und was dem Leben allein Reiz verleiht und es lebenswert erscheinen lässt, das ist die Liebe. In diesem Sinne ruft die sterbende Brunhilde:
„Verging wie ein Hauch der Götter Geschlecht,
Lass ohne Walter die Welt ich zurück:
Meines heiligsten Wissens Hort weis' ich der Welt nun zu.— Nicht Gut, nicht Gold, nicht göttliche Pracht,
Nicht Haus, nicht Hof, nicht herrischer Prunk,
Nicht trüber Verträge trügender Bund,
Noch heuchelnder Sitte hartes Gesetz,—
Selig in Lust und Leid lässt— die Liebe nur sein!“—
So in kurzen Strichen der Verlauf der Nibelungentragödie, die R. Wagner mit dem UÜUntergang der Götterwelt verknüpft. Man könnte fragen: War diese Verbindung, um den Fluch des Goldes, der ja auch in der Nibelungensage an und für sich deutlich hervortritt, notwendig, rätlich, oder ist er von besonders erhöhter tragischer Wirkung? Der berühmte Kulturhistoriker W. Riehl behauptete einmal,„Götter spielen auf der Bühne immer eine zweifelhafte Rolle“. Und in der That, es kommen da Züge vor, die uns sehr menschlich erscheinen, uns an der Hoheit und Allmacht derselben sehr zweifeln lassen. Auch der eheliche Zwiespalt Wodans mit der Göttermutter Frigg gibt ihm gerade kein Relief. Doch die Götter erscheinen ja in anthropomorphistischer Beleuchtung, unterliegen dem auch über ihnen waltenden Schicksal und sind menschlichen Schwächen und Leidenschaften unterworfen. Sollen wir dann weiter pedantisch an dem mäkeln, was sich in R. Wagners Gestaltung nicht mit dem Geiste nordischer Mythologie


