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hilde zu erwecken. Scheinbar missgünstig vertritt er ihm dabei den Weg, doch der sterbliche Held zerschlägt des allmächtigen Schlachtengottes Speer mit dem Schwert, nachdem er ihm die nicht gerade sehr poetische Grobheit an den Kopf geschleudert: „Halte Dein Maul!“ Überhaupt klingt die oft wunqderliche Sprache in der Ubertreibung der Allitteration und in mehr als urwüchsigen Derbheiten, ja Cynismen, wie in der Frage nach seiner Zeugung, nicht gerade immer anmutend, mitunter auch nicht recht verständlich, z. B.„Glühender Glanz entgleisst dir weihlich im Wag“, doch diese Ausstellungen sollen uns den hohen Genuss beim Anhören seiner unvergleichlichen Tondramen und vor allem das unsterbliche Verdienst des Meisters nicht verkümmern, Sinn und Interesse, Verständnis und Liebe für unsere Sagenschätze geweckt zu haben.
So schliesse ich denn mein Thema, das namentlich hin- sichtlich der philosophischen und ethischen Vertiefung, die es durch R. Wagners Auffassung erfabren, zu so manchen weiteren Exkursen reizt, in der Hoffnung, auf seinen ästhetischen, sittlich bildenden und auch für die Schuljugend erziehlich bedeutsamen Wert aufmerksam gemacht zu haben. Die durch den Mythus der Götterdämmerung eindringlich gepredigten und tragisch ver- anschaulichten Ideen von Schuld und Sühne, die Erfahrung, dass eine durch innere Fäulnis morsch gewordene Welt in Trümmer fallen und einer sittlich geläuterten, reineren und kräftigeren Generation weichen muss, der tröstlich erhebende und stärkende Glaube an eine Wiedererstehung, der Glaube an die Unsterb- lichkeit des besseren Teiles der Menschheit, endlich die ab- schreckende Theorie, sein Glück und seinen Lebenszweck im Besitz zu suchen, die hässliche Hab- und Goldgier und alle rücksichtslosen egoistischen Bestrebungen im Erringen von Macht und Gewalt, der auf die Spitze getriebene Kapitalismus und im Gegensatz dazu die reine, unverfälschte, genügsame Natur, die selbstlose aufopfernde Liebe,— das sind denn doch Ideen der edelsten und vollsten Menschlichkeit, Ideen des höchsten unvergäng- lichsten Wertes im Interesse der Erziehung einer unserer jüngsten, rühmlich errungenen Kultur würdigen Nachkommenschaft.


