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kenne, die Waberlohe durchbrechen und die Schlummernde wach- küssen könne. Magisch und geheimnisvoll malen die zickzack- springenden irrlichtelirenden Töne des Orchesters die wabernde, knisternde Lohe, und ergreifend klingt des Gottes Abschiedslied.
So schlummert sie denn gleich der Erdenbraut im Winter, bis sie der Sonnenbräutigam mit seinem Flammenkusse erweckt.
Inzwischen gibt Sigelinde mit Verlust ihres Lebens dem Helden das Dasein, der dazu erkoren ist, die Walkyre zu erlösen.
Wild im Walde wächst das Urbild eines kräftigen germanischen Knaben voll strotzenden Jugendübermuts und naiver Sitteneinfalt auf,— Siegfried, der leuchtende Wälsungenspross, in der Hut eines missgestalteten Zwerges Mime(nordisch Regin), der sich für seinen Vater ausgibt. Mit Recht bezweifelt dies der Sohn der Wildnis, da nur Gleiches von Gleichem stamme, und mit einem Herzen voll natürlicher warmer Empfindung fragt er nach seiner Mutter. Da erzählt ihm Mime, was er von Siegelinden weiss; er erwähnt auch die Scherben jenes Wunderschwertes, das einzige Vermächtnis der sterbenden Mutter. Begierig verlangt Jung- Siegfried danach und schmiedet daraus ein neues Schwert, das seine ungefügen Kraftproben aushält und nicht mehr, wie die früheren zerspringt. Nun will sich der hinterlistige Mime seiner bedienen, um mit seiner Hilfe den Drachen Fafner zu töten, ihm den Goldhort und damit zugleich jenen verhängnisvollen Ring des Nibelungen abzugewinnen und ihn wieder seinem lüsternen Bruder Alberich zuzustellen. Im Hintergrunde der ganzen Intrigue aber wacht der Göttervater Wodan selbst, der alles Interesse daran hat, dies zu vereiteln und seinen Liebling im Besitze des Schatzes zu wissen. Siegfried, der Held, der das Fürchten nicht kennt, ist gerne bereit, das Abenteuer zu bestehen und versenkt sich in die Waldestiefe, des Drachen Nest zu ergründen. Den Reiz und geheimnisvollen Schauer germanischer Waldespracht malt der Tondichter in so unnachahmlichen Klangfarben, dass wir an Lieblichkeit und Naturwahrheit demselben nichts auf dem weiten Gebiete der Kunst gleichzusetzen wüssten. Da wallet und zittert ein so wonniges Beben und Flüstern durch Blätter und Blüten, da pfeift und girrt, flötet und jubelt ein so fröhliches Waldkonzert, da zirpt und summt ein so seliges Weben der Insektenwelt, da huscht und raschelt ein so geheimnisvolles


