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Tragbalken des Hauses mit der Verheissung gestossen, dass es seinem Besitzer zu Ruhm und Sieg verhelfen würde. Nur Siegmund besitzt die Kraft, das Schwert aus dem Stamme herauszuziehen und entflieht mit ihm und Siegelinden, der ent- führten Gattin Hundings, allerdings seines Feindes.
Doch da erscheint Fricka, Wodans Gemahlin, die Wächterin und Hüterin ehelicher Treue, und dringt auf Ahndung dieses Frevels. So wehe es dem Göttervater auch thut, er muss in den Untergang seines Lieblings willigen. Hunding ereilt rache- schnaubend den Schänder seiner Ehre, und es entspinnt sich ein erbitterter Zweikampf. Hierin soll Brunhilde, die Lieblings- walküre Wodans, Siegmund besiegen helfen. Doch diese em- pfindet Mitleid mit dem herrlichen Helden und seinem gleich- gearteten Weibe und will Siegmund beschützen. Da erscheint Wodan selbst erzürnt in den Wolken und zerspellt Siegmunds Schwert mit seinem Götterspeer, so dass er von Hundings Hand fällt. Brunhilde flieht mit Siegelinden und birgt sie mitsammt den Scherben des Schwerts in einer Grotte. Hat sie auch, ihrem Herzen folgend, zugleich im Sinne Wodans gehandelt, so muss doch die ungehorsame Walküre büssen. Ein orchestrales Prachtstück ist hier der Ritt der Walküren.
Alles dies ist eigenartige und überaus glückliche Erfindung des Tondichters; denn nach nordischer Überlieferung ist Sieg- munds Tod im Kampfe mit seinem Gegner Lyngvi, einem Sohne Hundings, der sich auch um seine Gattin beworben, aber nicht ihr gekränkter Ehegemahl war, nicht recht motiviert. Auch die Bestrafung Brunhildens, von der es nur heisst, dass sie in einem Kampfe gegen den Willen Wodans gehandelt, ist in der nordischen Uberlieferung nicht begründet. Doch kehren wir zu Wagners Verknüpfung, wie sie nur dem findigen Genie eigen ist, zurück.
Vergebens sucht die ungehorsame Walkyre dem zürnenden Vater zu entfliehen; endlich, nachdem sie ihre schutzbefohlene Siegelinde gerettet, stellt sie sich, und Wodan, wenngleich mit widerstrebendem Herzen, versenkt sie in den Zauberschlaf, nach- dem er rührenden Abschied von ihr genommen. Auf ihr in- brünstiges Flehen umgibt er sie mit einem Flammenwall unter der Verheissung, dass nur ein Held, der das Fürchten nicht


