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„Von oben kommt der allgewalt'’ge hohe Herrscher zum höchsten Gericht“ womit auch die Verse des Hyndlalieds 45 übereinstimmen: „Doch ein Gott wird kommen, noch grösser an Macht, Nimmer wag' ichs, seinen Namen zu melden“,— einen Hinweis auf den grossen noch unbekannten, ungenannten Christengott, wie Tegner in seiner Fritjofsage am Schlusse von einem reineren und schöneren Balder im Süden, vom Christus, prophezeit. Christliche Vorstellungen klingen auch im 3. Kapitel der Gylfaginnig hinein, wenn u. a. von dem ewigen Altvater berichtet wird:„Rühmlicher als dass er Himmel und Erde machte, ist das, dass er den Menschen schuf und ihm Leib und Seele gab. Der Leib zwar war erst, doch alle die Seelen der Rechtschaffenen werden bei ihm weilen an dem Orte, der Gimle heisst; die Bösen dagegen kommen zur Hel und von dort nach Niflheim, unten in der neunten Welt.“ An einer anderen Stelle beschreibt dieselbe Dichtung Gimle als den schönsten und strahlendsten Ort, der den Untergang von Himmel und Erde über- daure und wo die Rechtschaffenen in Ewigkeit wohnten. Dann spricht sie von einem zweiten, weithin blauenden Himmel, der sich im Süden über den anderen erhebe und noch von einem dritten,„entgegengerichteten, vor den Blicken liegender“, wo sich Gimle befinde. Schon die Dreiheit dieser Himmel lässt in dem obersten Weltenrichter den Christengott vermuten, und Golther will in Gimle geradezu ein Abbild des himmlischen, von Gold und Edelsteinen erglänzenden Jerusalem erblicken. Erkennt die Gylfaginning auch im Anfang der Welten schon denselben Altvater, der von Ewigkeit her da war, Himmel, Erde und Luft erschuf, auch den Urriesen Ynir belebte, so wird freilich nochmals in echt heidnischer Vorstellung diese Annahme verlassen, und die Befugnisse und Thätigkeiten des Ghersbon⸗ allmächtigen Gottes übertragen sich in eine Zersplitterung aut die Vielheit der germanischen Asen. Doch nach dem Untergang dieser ist es, als ob der durch das Heidentum verdunkelte und jetzt wieder durch christliche Beeinflussung erleuchtete Geist sich des einzigen, allmächtigen, obersten Weltenrichters erinnere. Nachklänge dieses nordisch-germanischen Mythus will man auch in manchen deutschen Volkssagen von verzaubert schlum-


