Aufsatz 
Der Mythus der Götterdämmerung, seine ethische und pädagogische Bedeutung
Entstehung
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und nordisch sei die Auffassung des jüngsten Tages als einer Weltschlacht. Zwar fände sich in der christlichen Darstellung vom Ende aller Dinge auch ein Kampf bei der Erscheinung des Antichrist, ja eine Uberlieferung lasse sogar den Elias mit dem Antichrist geradezu kämpfen, wie z. B. im altbairischen Ge- dichte Muspilli aus dem 9. Jahrhundert; allein dies könne kaum als Vorbild der grossen Götterschlacht gelten. Während die Posaune des Engels die Toten zum Gericht auferweckte, rufe in der nordischen Sage Heimdalls Horn zum Kampfe. In echt menschlicher Weise beschliessen die Asen als Helden ihre Lauf- bahn auf dem Schlachtfelde, aber in ihren Gegnern werden wir an den christlichen Teufel erinnert, der am Ende der Welt los ist. Mit ihm hat namentlich der Feuergeist Surtur grosse Xhnlichkeit. Auch der Glaube an die Auferstehung der Menschen klingt an christliche Vorstellungen, wie das Weltgericht von der Beseligung der Guten und der Verdammnis des Bösen im Drachen Niddhog. Eigenartig ist der Untergang der nordischen Götterwelt, nur die Guten und Reinen, wie Balder, kehren wieder. Doch gibt der mysteriöse grosse ungenannte Weltrichter, der da jetzt waltet, den Gedanken an die Hand, dass es mit den Heidengöttern vorbei und ein anderer, gewaltigerer Gott an der Regierung sei. Ist dies die Ahnung oder Kenntnis des all- mächtigen Christengottes? Golther hält eine Beeinflussung des niederdeutschen Muspell, das die Nordleute kennen leruten, für möglich. Das Wort muspilli, das im Altsächsischen und Alt- hochdeutschen in geistlichen Gedichten des 9. Jahrhunderts vor- komme, bedeuteWeltbrand, oder etymologisch mit mundus zusammengebracht:Prophezeiung von der Welt. Im alt- bairischen Gedicht Muspilli ist eine Schilderung des Welt- brandes; da heisst es:Da ziehet der Sühnetag ins Land, heim- zusuchen die Menschen mit dem Feuer. Da vermag kein Ver- wandter dem andern vor dem muspille zu helfen.

So hätten wir denn am Schlusse des heidnischen und von echt germanischem, wenngleich spezifisch-nordischem Kolorit durchtränkten Eddaliede vom Untergang der alten Götterwelt in den Worten:

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