— 15—
Absicht als eine vom handelnden Subjekt gedachte auf; Weber! dagegen hält alle diese Er- klärungsversuche für ungenügend und den Gebrauch des Optativs an dieser Stelle für„eine Irregularität“. Dieser Ansicht möchte ich zustimmen, da ich die Versuche der anderen Er- klärer, den Optativ an unserer Stelle grammatisch zu begründen, nicht für überzeugend halten kann.
II. Consecutivsätze.
Mit den Finalsätzen nahe verwandt sind die Consecutivsätze. Absicht und Folge fallen oft zusammen, sodass man von einer„beabsichtigten Folge“ sprechen kann. Oft ist im einzelnen Falle ein Zweifel möglich, ob der betreffende Satz ein Absichts- oder Folgesatz ist. Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, eine kurze Betrachtung über Consecutivsätze bei Herodot ebenfalls in meine Abhandlung aufzunehmen.— Die nahe Verwandtschaft zwischen beiden Satzarten geht u. a. auch daraus hervor, dass beide mit derselben Partikel, dem relativen, ursprünglich demonstrativen Adverbium σ eingeleitet werden können. Uber ε bei Herodot haben namentlich Walther und Thomas in ihren gediegenen, freilich von verschiedenen Gesichtspunkten ausgehenden Abhandlungen sich verbreitet.
In numerischer Beziehung stellen die Consecutivsätze mit ς nur einen kleinen Teil des betreffenden Gebrauches bei Herodot dar, da der Löwenanteil der conjunctionalen Con- secutivsätze auf das aus hervorgegangene, durch das enklitische re verstärkte dore entfällt.
Uber den Gebrauch dieser letzten Partikel bei Herodot hat Wehmann eine sorgfältig und umsichtig gearbeitete Abhandlung veröffentlicht.
Bei dem consecutiven α sowohl wie bei dore tritt uns ein neues Element entgegen: der Infinitiv. Beide Partikeln können sowohl mit dem Verbum finitum als mit dem Infinitiv verbunden werden. Im ersten Falle bewahrt der Nebensatz eine gewisse Selbständigkeit und Gleichberechtigung neben dem Hauptsatze; im zweiten Falle dagegen, beim Infinitiv, ist der Nebensatz eine zum Hauptsatz hinzugefügte nebensächliche Ergänzung. Walther sagt hierüber: ² „Der Infinitiv, zu dem dc und Gors hinzutreten, ist der Inf. der Absicht oder des Erfolges, wenn die Folge aus dem Gedanken des Hauptsatzes zur blossen Ergünzung desselben hervor- geht, während der Gedanke im Hauptsatz die Hauptsache bleibt“.
In sehr vielen, vielleicht den meisten Fällen geht bei α und dore voraus ein Hinweis auf das Folgende durch ein demonstratives obro, r05roc o. ä.
Der consecutive Gebrauch der beiden Partikeln hat sich aus dem vergleichenden ge- bildet. Die innere Verwandtschaft der vergleichenden und folgernden Satzart erkennt Thomas an,z und Walther sagt darüber folgendes4:„Auch die consecutive Bedeutung hat sich aus der vergleichenden entwickelt, indem zweierlei mit einander verglichen wurde in Bezug auf die Art und Weise des Erfolges“.
Gehen wir zur Betrachtung der Beispiele über.
Das consecutive c. findet sich bei unserem Schriftsteller reichlich gerechnet 14— 15 mal. a) e mit dem Verbum finitum
steht fast immer nach vorausgehendem Demonstrativum. Es sind 7—8 Beispiele. I 163, 199, 209(?), II 135, III 130, VII 11, VIII 56, 99. Im Consecutivsatze findet sich 3mal das Imper- fectum, 2 mal Ind. Futuri, 2 mal Ind. Aoristi, 1 mal Ind. Präs.— Es handelt sich mit Aus- nahme eines Falles immer um eine wirklich eintretende Thatsache.— Als Musterbeispiel sei angeführt I 163: rouro d*) 1 d⅜ ⁶ρσ moα⁹οοmν‿e ασιεες ντν dν* τι εεένoντo, dc. Oꝓsag ex- dnorag Tvln entdleus riſc Lν‿᷑oi Tddos olnidar örov Soνlονuhð. Das vorausgehende Demon- strativum ist fast immer ouro, in einem Falle ⁶% o: VIII 56, wo Stein liest, Abicht und
1 Weber p. 133, 134. ²2 Walther p. 19. 3 Thomas p. 44. 4 Walther p. 19.


