Aufsatz 
Über einige Lehren der Nikomachischen Ethik und ihre Beziehung zur Politik / von Munier
Entstehung
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1.

wendigkeit wirkt 1⁰5) und dem ganzen Charakter ihr Gepräge aufdriückt, so dass es dem Guten ebenso schwer füllt schlecht, als dem Schlechten gut zu handeln 106). In dieser Hinsicht erleidet also die freie Selbstbestimmung eine gewisse Beschränkung, insofern wir nur der Anfänge des ethischen Handelns vollkommen Herr sind, und es zu sein aufhören, sohald sich die Art und Weise unseres Thuns durch öftere Wiederholung als Fertigkeit fixirt hat 107). So begreift es sich, wie A. in dem tugendhaften Manne, dem oπαναοs, das Mass der Dinge, gleichsam die verkörperte Vernunft selbst finden konnte. Denn einem solchen ist die Tugend zur Natur geworden, so dass sein Urtheil in allen Verhältnissen das Wahre trifft. Stets in Uebereinstimmung mit sich selbst(alle Kräfte seiner Seele streben ja nach demselben Zwecke) thut er das Gute, weil es das Schöne ist(xλαναά ⁶ςε). Ihm sind alle natür- lichen Güter( †tσαέε ⁴e᷑α) in absolutem Sime Güter(äæ⁴εςα ⁴έeενd), da er den rechten Ge- brauch von ihnen zu machen weiss, und ein Widerstreit zwischen dem Nützlichen, dem Angenehmen und dem Schönen bei ihm nicht stattfindet. Er besitzt ferner die wahre Selbstliebe, indem er in allen Stücken der Vernunft, dem edelsten Theile seines Wesens, folgt, überall das Schöne für sich in An- spruch nehmend, und alles andere, was den Eifer der Menge spornt(rd εέερμμαeνρνσνα eς⁶), gering dagegen achtend. Daher trägt er auch kein Bedenken für Vaterland und Freunde, wenn es sein muss, in den Tod zu gehen; denn eine kurze Zeit des höchsten Genusses zieht er einem langen Zeitraume, der nur eine Alltagslust ihm bietet, vor, und lieber will er ein Jahr schön leben, als viele Jahre, wie es der Zufall beet⸗ und eine schöne und grosse Tliat hh ihm mehre lals viele von Werhnsen Bedentung 406). ril o

Iv. Die lugheit.

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Wir haben jetzt noch das vernünftige Moment in der ethischen Tugend, den S 16% näher zu erörtern. A. unterscheidet in der Thätigkeit der vernunftbegabten Seele eine zweifache Richtung, die theoretische und die praktische. Die theoretische Vernunft(d eoοnrtoĩς,*ν) hat es mit dem Erkennen zu thun; sie bewegt sich in der. Sphäre des reinen Denkens, des Unver- änderlichen und Ewigen, und erhält ihre Vollendung in der Weisheit(6☚G²), welche das unmittel- bare Wissen, die Kenntniss der ersten Principien, und das abgeleitete Wissen in sich vereinigt. Die praktische Vernunft( mpMναινειιαι»ιςο, 10 Borleurtrν, 1Or ꝓτιια, J0 ꝓαν) geht auf das Handeln. Ihr Gebiet ist das Zufällige und Wandelbare der Erscheinungswelt(auch das Freie), das was so oder auch anders geschehen kann( εν⁸εeεέιeα⁶eρενοντναάν õναοςα μαέεν), wvon daher auch keine

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105) So sagt Vollej. Patere. von Cato Utie. II, 35 Homo Virtuti simillimus, et per omnia ingenio Diig, quam Hominibus propior; qui nunquam recte fecit, ut facere videretur, sed quia uliter facere non poterat; cuique id solum visum est rationem häbere, quod haberet justitiam: qui omnibus humanis vitiis immunis, semper fortunam in sua potestate habuit. 106) E. Nic. V, 9, 1417. 109 E. Nic. III, 5, 14 u. 22. 108) E. Nic. I, 8, 3; III, 4, 5; IX, 4, 2 u. 3; ib. 8, 9; Pal. VII, 13 r0⁴0οι υρα&Oν☛ ο σόσασο06α⁴ισσ, φeꝛ doeri rd ⁴eννἀ Edνπη dn Xbc d.⁵α E. Eud. VII, 415. Der Schlechte dagegen missbrancht alle Güter zu seinem eignen Verderben. Ib.

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