Aufsatz 
Über einige Lehren der Nikomachischen Ethik und ihre Beziehung zur Politik / von Munier
Entstehung
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16 losigkeit(àæoνααα) und dem, was wir Unempfindlichkeit gegen Lust(Aνα mνπισα) nennen wollen, da es der(griechischen) Sprache für die nicht leicht vorkommende Sache an einem besonderen Namen fehlt. So bilden in Bezug auf Ehre im Grossen Hochsinn(ueνα‿αονσνρνναέα) das Mittelmass, Aufge- blasenheit(Arroς) und Niederträchtigkeit(uιιρονQνια) die Extreme, während nach einem geringeren Verhältnisse Ehrliebe(im Griechischen ohne Namen) als die Mitte zwischen Ehrsucht(erita) und Gleichgültigkeit gegen Ehre(àꝓ†ρᷣνοντυνια) erscheint u. s. v. Dieses Mass ist übrigens, abgesehen davon, dass es sich der Subjectivität eines jeden anpassen muss, auch darum nicht fest und unver- ünderlich, weil ein Extrem, sei es das Zuviel oder das Zuwenig, der Mitte näher stehen kann, als das andere. So ist der Tapferkeit die Feigheit mehr entgegengesetzt, als die Verwegenheit, der Mäs- sigung dagegen die Zügellosigkeit mehr als die Unempfindlichkeit 99) Daher muss, wer die Mitte erreichen will, sich immer zuerst von dem Extrem entfernen, welches von dieser am weitesten abliegt und das grössere Uebel ist, sowie auch von demjenigen, zu welchem seine Natur sich am meisten hinneigt. Da man nun auf vielerlei Arten die Mitte verfehlen, aber jedesmal nur auf eine Art sie treffen kann(denn das Böse gehört, nach der Auffassung der Pythagoräer, zum Unbegränzten, das Gute zum Begränzten) 1¹⁰⁰); so ist die Tugend eine schwere Aufgabe( ν εαmφιν mοσπαοοεαἀιον elα⁷), und vieles hängt dabei von dem sittlichen Tacte und der Erfahrung des Handelnden ab, weil man in dem Concreten überhaupt mit der Kenntniss des Allgemeinen nicht ausreicht. Wir können sonach die Tugend definiren als eine vorsätzliche Fertigkeit, welche in Affecten und Handlungen die unserer Individualität angemessene Mitte hält, wie solche die Vernunft(der 5 85 X6 s) und der einsichtsvolle Mann(6 Pp6 ι) bestimmt ¹⁰¹). Ihrem Wesen und Begriffe nach ist also die Tugend eine Mitte(uscνπενι⁵ς), als das Gute und Beste bezeichnet sie ein Höchstes(aæpérnc), von dem wie bei einem Kunstwerke nichts hinweggenommen, und zu dem nichts hinzugefügt werden kann. Soll aber eine Handlung in dieser Weise erläutert A. in ver- schiedenen Stellen der N. Ethik seine Definition das Prädicat des sittlich Guten verdienen, so genügt es nicht, dass sie bloss die äusseren Merkmale der Tugend an sich trage, dass sie der Vernunft gemlss sei(νlτιαα τννν S0 16), sondern sie muss auch mit derselben verbunden sein(uerd os 5S08 4,670v) ¹02), d. h. aus der rechten Gesinnung hervorgehen. Denn mehr noch als die That ent- scheidet die Absicht über den sittlichen Werth oder Unwerth des Menschen ¹3). Gerecht und mässig ist nicht, wer Handlungen der Gerechtigkeit und Mässigkeit verrichtet, sondern wer wie der Gerechte und Mässige sie verrichtet, wer der Gesinnung nach ein solcher ist. Dass aber das Gute als in tugendhafter Gesinnung wurzelnd sich erweise dazu gehört: dass es mit Bewusstsein geübt werde, ferner vorsätzlich, und zwar um seiner selbst willen, endlich mit Festigkeit und ohne Wanken ¹⁰⁴). Erst wenn diese Bedingungen sich vereinigt finden, wird das sittlich Sechöne eine bleibende Eigenschaft der Seele, eine isis εꝓſ vouenn(Cat. 8), die mit einer Art Nauturnoth-

99) E. Nic. II, 8, 6. 100) E. Nic. u, 6, 14; IX, 9, 7. 101) E. Nic. II, 6, 15 ν 7 dperi ESu ρφτ2 ειπmm, εν μεσιπνπσνι ,ουνσσ% guAg, Opucueo A6,, d, Avpövμοσ dpioets. 102) E. Nic. 11, 13, 5. 103) E. Nic. III, 2, 1 Gl*εεινειανσαυοσ Oυαι εναά JSοuʒν dpsrs G αερνεόσσ), Al⁴ μαια ν τ‿σ 1m iνεεν τπν νκ%; ib.§. 5; E. Eud. II, 11. 1228, a, 2. 104) E. Nic. II, 4, 3 fune uy, 8dν eidςαε εκᷣρνπι εν Pdaen o9, xl er Ouuſ aenes di' απα τ pro, eal eεaς αϑ dμεᷣαeντᷣ ε᷑υωπBHodεyh i e e G e= ub