Aufsatz 
Über einige Lehren der Nikomachischen Ethik und ihre Beziehung zur Politik / von Munier
Entstehung
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4 bewegt, und ist so der absolute Endzweck, nach dem als dem Gegenstande seiner Liebe alles Seiende hinstrebt ²¹).

II. Die Glückseligkeit.

Schon aus diesen wenigen Andeutungen dürfte zur Genüge erhellen, welch hohes Gewicht A. auf die Thätigkeit legt, die, Zweck und Ausdruck alles wirklichen Seins, gleichsam den Mittelpunkt seines ganzen Systems bildet. Dies zeigt sich nun auch in der Ethik. Den höchsten Zweck des menschlichen Daseins, die Glückseligkeit(ad ³α), findet er nämlich in der Thätigkeit, und Gut- handeln(eurroasα), Gutleben(euooοια) und Glückseligkeit sind ihm gleichbedeutende Ausdrücke. Welcher Art nun diese Thätigkeit sein müsse, wird sich leicht ergeben, wenn man das dem Menschen obliegende Werk ins Auge fasst ²²), Wie nämlich jedes lebende Wesen eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat, die ihm durch die eigenthümliche Natur seiner Anlagen und Kräfte vorgezeichnet ist: so auch der Mensch. Die Aufgabe des Menschen wird sonach in der Bethätigung derjenigen Seite seines Wesens bestehen, wodurch er sich specifisch vom Thiere unterscheidet. Dies ist der mit Vernunft begabte Theil der Seele( X6νν ειαο*), die Denkkraft( μακνοοναπνπαυνναιν); denn das Vernunftlose(*ο aAαον), insofern es als Empfindungs- und Begehrungsvermögen(lενπνπσνιαν, αιιεν νεμνπναναν, eτεινν) sich darstellt, hat der Mensch mit dem Thiere, und das Ernährende( Sperαιαν, ppruuv, die andere Seite des 4*ναω) haben beide mit der Pflanze gemein. Da ferner die vollkommene Beschaffen- heit eines jeden Dinges, welche bewirkt, dass dessen Functionen gut d. h. naturgemäss von Statten gehen, die Tugend dieses Dinges ist: so wird die Thätigkeit, welche den Inhalt der Glückseligkeit bildet, eine der vollendeten Tugend, oder wenn es deren mehrere gibt, der vorzüglichsten unter ihnen entsprechende Energie der Seele sein ²³), sei es dass sie auf's Erkennen oder auf's Handeln gerichtet ist.

Also nicht die tugendhafte Beschaffenheit(sic) oder Gesinnung als solche ist das höchste Gut (denn diese liesse sich auch ruhend und unthätig denken), sondern die Tugend als Wirksamkeit, als Energie. Sonst könnte ja auch einer glückselig sein, der von den grössten Unglücksfällen heimgesucht wäre oder ein Pflanzenleben führte ²4). Aber die Glückseligkeit ist kein todter Besitz(dœσασαν εκνακα⁴σ), sie ist Leben und Gebrauchen(xποις); nicht den Schönsten und Stärksten, sondern denen die kämpfen, wird in Olympia der Siegeskranz zu Theil. 4

Als ein schlechthin Vollkommenes(ãrλις rενααέι⁴ον) ist die Glückseligkeit das immer nur als Selbstzweck und nie als Mittel angestrebte Gut, während alle anderen Güter, welche um ihrer selbst willen begehrt werden, wie Denken, Ehre, Vergnügen und jede Tugend, zugleich Mittel zur Glück- seligkeit sind ²⁵). 1

21) Ueber den göttlichenoν́g s. Met. XI, 6, 7, 9; Brandis I, 529. 22) E. Nic. I, 7, 10 ff. 23) Ib. I, 7, 15 10 ⁴e ρωρναινν&e OΤ­eß d vxus Sveppea zaαœπσ ςσενν ei Aeioug l dperah, lαrd iw dpo ααια‿αεειεμνν Pol. VII, 13. 1332, a, 7 Sl⁵ν ϑ αάεν τος ˙μινν[ εᷣ‿αρηιεαν ενέ̈νρννέμιααν lvas Ʒνσσασν dperie rebeildyν, aal rourn otue es ˙κεκ eνν ⁴αeνα⁴ϑα. A6+ ε πο˙,εα TAναρ☛Qόo, r ddνσ*λ τ α⁵αα. 24) E. Nic. I, 8, 9; X, 6, 2. 25) Ib. I, 7, 3.