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stehung nach Letzte der Natur nach das Erste ist(was nämlich ein Ding nach Vollendung seiner Bildungsperiode ist, das ist seine Natur) ¹⁰); so ist die thätige Form als Wesen, Begriſt und Endzweck eines jeden Dinges früher als der Stoff, das Ganze(natürlich ausser der Verbindung mit dem Stoffe) früher als seine Theile ¹¹). Denn die Natur ist Zweckthätigkeit; der Begriff des Werdens setzt den des Gewordenen voraus, nicht umgekehrt. Der Begriff des Hausbauens enthält den des Hauses, der Begriff des Hauses nicht den des Hausbauens ¹²) u. s. w.— Der Mensch ist demnach früher als der Finger, die Seele früher als der Leib, der Staat früher als das Individuum ¹³); denn die Theile sind durch das Ganze, die Mittel durch den Zweck, die Werkzeuge durch das Werk bedingt ¹⁴). Alles aber wird durch die Thätigkeit und das Vermögen dazu bestimmt ¹⁵). Wie daher ein todter Mensch nur noch homony- misch den Namen Mensch verdient: so kommen auch den Theilen eines Organismus, sobald ihre thätige Beziehung zum Ganzen gelöst ist, nur als Homonymen ihre früheren Benennungen zu. Das Auge, das seine Sehkraft verloren, die vom Körper getrennte Hand sind in Wahrheit nicht mehr Hand und Auge, sondern nur noch dem Namen nach, wie etwa eine steinerne oder gemalte Hand ¹⁶v*). Allein nicht nur dem Begriffe nach ist die Energie früher als das Vermögen, sondern in gewisser Hinsicht auch der Zeit nach, insofern jedes organische Wesen von einem andern derselben Art erzeugt sein muss ¹⁷); so dass also die thätigen Kräfte eine stetig fortlaufende Kette bilden bis zur ersten Energie, der Gottheit 18). — Gott ist die erste, unbedingte und nothwendige Wesenheit, Grund und Ursache des Alls. Frei vom Gegensatze des Stoffes und Vermögens ist er einer und einfach, reine Energie, aetus purus. Diese ewig sich gleichbleibende Thätigkeit Gottes kann allein das Denken sein, denn alles andere Thun ist mit der Materie verknüpft ¹1ĩ). Da ferner der Inhalt des göttlichen Denkens nothwendig das Vor- trefflichste ist, so muss der absolute Geist sich selbst denken, sein Denken, nach A. Ausdruck, ein Denken des Denkens(vo⁵αεςα ⁶emνπσαισ) sein, so dass also bei ihm Denken und Gedachtes, Subject und Object identisch sind(ravoν νς α„onr6*). In diesem von allem Sinnlichen gelösten Schauen, wie es uns Sterblichen nur auf kurze Fristen vergönnt ist, besteht das ewige Leben sowie die ewige Seligkeit Gottes 20). Darum ist das sich selbst zum Zweck habende Denken unter allem, was ist, das Bewundernswertheste und Genussreichste. Als das Gute und Schöne endlich, als das Begehrte ist der göttliche Geist der unbewegte Urheber der ewigen Bewegung des im Kreise sich umschwingenden einen Himmels mit seinen Sphären, der sein sichtbares Abbild(rο π τνν οναα) ist. Er bewegt aber, ohne selbst bewegt zu werden, insofern er gedacht und begehrt wird, gleichwie das Denkbare den Geist
10) Pol. I, 2. 1252, b, 32.— 11) Met. VIII, 8; VI, 9. 1035, b, 14; de Part. an. I, 1. 640, a, 18 II, 1. 646,
a, 35; Pol. I, 2; Brandis I, 485.— 12) De Part. an. II, 1. 646, b, 3.— 13) Pol. I, 2. 1253, a, 18.— 14) De Part. an. IV, 12. 694, b, 13; 10. 687, a, 15.— 15) Met. VIII, 8. 1050, a, 21. r0 k†ν r⁵⁴ος, 7 d5„4 ε α τ 70v.. α οσρν&*00& Ti„ dvreei; Pol. I, 2. 1253, a, 23; Meteor. IV, 12. 390, a, 10.— 16) Pol. I, 2; de Part. an. I, 1. 640, b, 33; de Gen. an. I, 10; Meteor. IV, 12. 389, b, 29 ff.— 17) Met. VIII, 8. 1049, b, 24; de Gen. an. II, 1. 734, a, 29; de Part. an. I, 1. 640, a, 23.— 18) Met. VII, 8. 1050, b, 4.— 19) Die Stelle E. Nic. X, 8, 7 wo A. es ungereimt findet, wenn man den Göttern eine prakt., den ethischen Tugenden entsprechende Thätig- keit beilegen wollte, scheint Cicero de Nat. Deor. III, 15 vor Augen gehabt zu haben: Jam justitia, quae suum cuique distribuit, quid pertinet ad deos? hominum enim societas et communitas, ut vos dicitis, justitiam procreavit. Tem- perantia autem constat ex praetermittendis voluptatibus corporis, cui si locus in coelo est, est etiam voluptatibus: nam fortis deus intelligi qui potest? In dolore? An in labore? An in periculo? Quorum deum nihil attingit. S. auch Pol. VII, 3. 1325, b, 28; de Coelo II, 12. 292, a, 22. Zell.— 20) Met. XI, 7. 1072, b, 14; vgl. E. Nic. VII, 14, 8.
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