Aufsatz 
Über Resonanzschwingungen gespannter Saiten / von Dr. Heinr. Karl Müller, Gymnasiallehrer
Entstehung
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horizontale Transversalkomponente der Gabel, welche sich hier in der Parallelstellung befindet, veranlasst. Die Amplitude derselben ist nach Postula kleiner als diejenige der Parallelkomponente (S. 30). Nehmen wir dieselbe als an, so ist auch M durch M zu ersetzen. Die Periode beider Bewegungen ist dieselbe, wir werden daher t aus den Gleichungen

&= M. cost 9= N cos pt...(26) zu eliminieren haben, um sofort zu erhalten N =;(27)

worin wir die Gleichung der geraden Linie erkennen. N.: M ist die Tangente des Neigungs- winkels gegen die Ruhelage des Fadens. Die weitere Diskussion befriedigt das Experiment.

Nehmen wir endlich an, dass in der Parallelstellung zuweilen auch Fadenschwingungen auf-

treten, deren Periode ½ von derjenigen des Erregungscentrums beträgt, Postula nennt sie ter- tiäre Schwingungen, so ist unser Gleichungssystem: E= M. cos pt, = N. cos pl.(28)

Da wir vorläufig nicht wissen, welcher Komponente die tertiäre Schwingung ihre Entstehung ver- dankt, so ist N durch N' ersetzt worden. Zur bequemeren Rechnung schreiben wir ferner

8= M cos 2p 4%,

= N cos 3, woraus durch Elimination von t entspringt:

2 Na² 28 2 8 7().(4..(29)

Wir sehen die Gleichung einer algehraisehen Kurve 3. Grades vor uns, die in der Lehre von den Schwingungskurven eine grosse Rolle spielt.

Postula erwähnt endlich(S. 20) die merkwürdigen Übergangsformen in der Parallelstellung, auf welche von Melde noch neuerdings in seiner Akustik(S. 81) aufmerksam gemacht wird. Ich führe dieselben auf die Superposition einer Eigenschwingung und einer Resonanzschwingung zurück. Durch Gripon wissen wir, dass stets Eigenschwingungen beigemengt sind, von denen sich am leichtesten die(trundschwingung durch geeignetes Anstreichen isolieren lässt. Auch ist bekannt, dass bei derjenigen Spannung, welche Resonanzschwingungen entstehen lässt, der ganze Faden für sich nicht den Stimmgabelton hat. Will man daher die Eigenschwingung erzeugen, so muss man eben die Spannung entweder durch äussere Gewichte oder durch Anderung in der Amplitude der Stimmgabel etwas vermehren bezw. vermindern. Nun zeigt die Schwingungsform bei Melde a. a. O. nichts anderes als die Superposition der Grund-Eigenschwingung und der von der dritten Partial- schwingung noch herrührenden, aber schwachen Resonanzwellen. Die Erscheinung bei Postula (Fig. 19) ist die Superposition derselben Eigenschwingung mit der zweiten Partialschwingung. Ist meine Erklärung richtig, so wird man nicht anstehen, den Eigenschwingungen einen wesent- lichen Einfluss bei allen Schwingungsformen einzuräumen.