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Physiker Falérius ¹⁴³) schon 1866 in seinem„Mémoire sur les vibrations de fils de verre, attachés par une de leurs extrémités à un corps vibrant et libres à l'autre“ ausführlich beschreibt. Es scheint, dass Gripon von Valérius' Arbeiten keine Kunde gehabt hat, denn er verfährt im ganzen nach denselben Grundsätzen und erhält dieselben Resultate. Leider gebraucht Gripon nur transversale Erregungen und entwickelt deren Theorie, während Valerius auch longitudinale oder besser parallele Erregungen betrachtet, ohne eine theoretische Entwicklung zu geben. Für parallele Erregung hat bekanntlich schon Dahamel am Schlusse seiner besprochenen Abhandlung das Nötige geleistet. Valérius sucht seine Beobachtungen immer mit Eigenschwingungen zu vergleichen, was ja nur bedingungsweise statthaft ist, und gelangt dabei auf die Unterscheidung zwischen normalen und anormalen Schwingungen; Gripon trennt hingegen auch hier scharf die Resonanzschwingungen von den Eigenschwingungen. Interessant ist der Beweis des Valérius, dass auch in dünnen Stäben durch parallele Erregungen die Fortpflanzungsgeschwindigkeit doppelt so gross ist als bei transver- salen Erregungen. Also dasselbe Gesetz wie bei Saitenschwingungen.
Endlich bestimmt Gripon die Schallgeschwindigkeit in festen Körpern, die er in Form von dünnen Stäbchen an der Stimmgabel befestigt. Es hat diese Art Khnlichkeit mit meiner Methode, den Elasticitätskoefficienten von festen Körpern zu bestimmen. ¹*) Aus Allem geht hervor, dass Meldes Methode, Körper in Schwingungen zu versetzen, allmählich eine ähnliche Bedeutung ge- winnt, als die bekannte Resonanzmethode, nach welcher man gespannte Membranen mit einer tönenden Pfeife in Vibration zu setzen pflegt,— hat ja Gripon diese Methode sogar bei Schwing- ungen von Saiten und Stäben in Flüssigkeiten(Widerstandsbestimmungen) verwertet. Seine Re- sultate sind sehr beachtenswert.
IV.
Die tertiären Schwingungen von Postula.
Die wichtigste Erweiterung ist den Meldeschen Fadenschwingungen durch Postulas Abhandlung „Nouvelle étude des expériences de M.“ etc.(siehe oben S. 1) zu Teil geworden(1879). In der ersten Hälfte derselben findet man eine vortreffliche Zusammenfassung von Meldes Fundamental- abhandlungen, wonach man leicht einen klaren Einblick auch in schwierige Verhältnisse erhält. Leider kennt Postula nicht die theoretischen Untersuchungen von Duhamel, weiss daher auch nicht die Resonanzschwingungen in ihrem wahren Charakter aufzufassen und von den Eigen- schwingungen zu trennen. Etwas unverständlich ist die Art, wie die Wirkungsweise der Be- wegungskomponenten an dem Erreger(Stimmgabel) erklärt wird. Melde hat, wie oben aus- einandergesetzt, drei Bewegungskomponenten unterschieden. Nun ist es offenbar ungenau, wenn Postula behauptet(S. 12), dass die horizontale Transversalkomponente in der Transversalstellung präponderiert. Dies thut hier immer wieder die Parallelkomponente, welche aber durch Drehung der Gabel transversal zur Saite wirkt. Endlich wird bei Melde die vertikale Transversalkompo- nente keineswegs ausser Acht gelassen,— ein Irrtum wie bei Gripon.
¹6) Mém. de Tacadémie royale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique, tom. XVII, 23 S. ⁴)) Vergl. Abhandl. über poröse Gipsstäbe S. 523.


