Aufsatz 
Eduard Gottlieb Ernst Sander. Ein Lebensbild
Entstehung
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Erſt nach dem Eintritt des neuen Collegen Dr. Nodnagel mit 1. April d. J. wird eine definitive Feſtſtellung des Lectionenplans ermöglicht und von da an ein ge⸗ ſchloſſener Unterricht in jedem Fach durchführbar ſein.

Der Turnunterricht, der ſich in den Händen des verſtorbenen Directors Sander befand, iſt ſeit deſſen Erkrankung unterblieben und wurde bisher unoch nicht wieder auf⸗ genommen, was erſt mit dem Beginn des neuen Schuljahrs der Fall ſein wird.

Mit dem Eintritt des neuen Directors konnte die Trennung der bisher überfüllten zweijährigen Prima der Anſtalt in zwei beſondere einjährige Abtheilungen(eine Ober⸗ und Unterprima) in Ausführung gebracht werden, welche Trennung übrigens theils we⸗ gen zunächſt noch unvollſtändiger Ausſtattung des neuen Lehrſaals, theils aus Mangel

einer weiteren Lehrkraft vorläufig nur unvollſtändig durchgeführt werden konnte. Mit Beſetzung der Turnlehrerſtelle wird hoffentlich eine weitere Verwendbarkeit verſchiedener bisher noch in den Unterklaſſen beſchäftigter Lehrer zu genanntem Zweck ermöglicht, ſo daß die Anſtalt als vollſtändig durchgeführte ſechsklaſſige Realſchule ſich jeder andern Landesanſtalt ebenbürtig zur Seite ſtellen kann. Die ſehr ſtarke Frequenz der hieſigen Schule macht eine Beſchleunigung dieſes inneren Ausbaues derſelben ſehr wünſchenswerth. Auch bedarf insbeſondere die unterſte oder Vorbereitungsklaſſe(die bisherige VI.) noch einer Vervollſtändigung ihres Unterrichts, welcher Zweck durch Anſtellung eines auch ſonſt noch verwendbaren Turnlehrers erreicht werden wird.

In der Lehrerconferenz vom 14. März wurden für drei der diesmaligen Abi⸗ turienten behufs Meldung zum einjährigen freiwilligen Militairdienſt im Voraus die Zeugniſſe feſtgeſtellt. 43

Am 23. März wurde in einer Conferenz ſämmtlicher Lehrer die diesmalige nun⸗ mehr neunzehnte Vergebung des Gräff'ſchen Stipendiums von 50 fl. berathen und daſſelbe auf Joſeph Werner von Bingen, Schüler der IV. Klaſſe, übertragen.

Die Schüler Heinrich Schmitt und Victor Würth erhielten als Prämien für tüchtige Leiſtungen und braves Verhalten im verfloſſenen Schuljahre jeder ein Exemplar des von dem Großh. Geheimen⸗Oberſtudienrath, Herrn Prof. Dr. K. Wagner in Darmſtadt zu dieſem Zweck der Anſtalt überlaſſenen PoeſiebuchsGermania (5. Auflage derPoetiſchen Geſchichte der Deutſchen von Dr. Karl Wagner).

Für die zoologiſche Sammlung lieferten in dieſem Jahre, dem dreiund⸗ zwanzigſten ihres Beſtehens: 1. Herr Schiffer Joſeph Hartmann hier: 1 Bläßhuhn(Fulica atra). 2. Herr Winkler in Schweppenhauſen: 1 Lapin(Lepus cuniculus) und 1 Markolf(Garrulus glandarius). 3. Herr Spen⸗ koch in Trechtingshauſen: 1 gem. Wieſel(Mustela vulgaris), 2 Kohl⸗ meiſen(Parus major), 1 Diſtelfink(Pringilla carduelis) und eine Bachamſel (Cinclus aquaticus). 4. Herr Poſamentier Frommann hier: 1 Zaunſchlüpfer (Troglodytes parvulus). 5. Realſchüler Düpont: 1 weißen Ziegenmelker(Capri- mulgus enropaeus s. punctatus, var. alba). 6. Realſchüler Richrath: 1 Waſ⸗ ſerralle(Rallus aquaticus). 7. Herr Bürgermeiſter Braden in Büdesheim: 1 Schleiereule(Strix flammea). 8. Reallehrer Mühr: Eine Collection von 181 Stück Käfern in verſchiedenen Arten; eine ditto von verſchiedenen Schmetterlingen, wo⸗ runter 25 ſelbſtgezogene Exemplare von Agrotis fumosa in den verſchiedenſten Varie⸗ täten, deren Raupen 1870 in der Umgegend von Bingen den Weinſtock verheerten, 1 ſelbſtgezogenes Exemplar des ſeltenen Hoplitis Milhauseri u. a. m.

Realſchüler Richrath ſchenkte 10 colorirte Vorlagen für das Maſchinenzeichnen.

Herr Werkmeiſter Georg Determayer zu Bingerbrück ließ eine Pen⸗