Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : Fortsetzung
Entstehung
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Fauua der nähern Umgebung von Bingen,

von Reallehrer Mühr.

B. Avertebrata, Wirbelloſe Thiere. I. Artbrozoa, Gliederthiere. 1. Insecta, Inſekten oder Kerfe. a) Coleoptera, Hornflügler oder Käfer. (Fortſetzung.) V. Familie: Hydrophilidae.

Helophorus, TLll.

1 Helophorus adnaliende Ir. 1 ¼ 3 lang, ſchmälere, etwas metalliſch glänzen de Käferchen, auf 2 gran abr., dem Grün und in den Sümpfen um Rüdesheim und Geiſenheim, ohne 3. nubilus, Fabr., Wichtigkeit 4. grandis, III., ichngten.

Hydrochus, Germ.

1. Hydrochus elongatus, Fabr., 2 lang, ſchwarz, grünſchimmernd, ebendaſelbſt, ziemlich gemein. Limnebius, Leuach.

1. Limnebius truncatellus, F., 1 lang, ſchwarz, an Waſſerpflanzen ebendaſelbſt. Laccobius, Erichs.

. 1. Laccobius minutus, L., 1 1 ½ lang, ſchwarz, Flügeldecken graugelb, ſchwarz geſprenkelt, an den gleichen Orten. Hydrophilaus, Fabr. 1. Hydrophilus piceus, L., der größte unſerer Waſſerkäfer, 16 22 lang, glänzend pechſchwarz, mit

einem ſcharfen Zähnchen am Ende der Flügeldecken, wodurch er ſich von dem folgenden unterſcheidet; er iſt gemein im Rüdesheimer Winterhafen und in andern ſtehenden Gewäſſern, kommt auch im Sarge des Marktbrunnens, in Pfützen und am Ufer der Nahe vor. Taſchenberg beſchreibt den Vorgang des Eierlegens; und das Verfahren des Käfers hierbei iſt ſo merkwürdig, daß es wohl ſtatthaft erſcheint, dieſe Beſchreibung hier anzufügen:Das Weibchen legt ſich im April an der Oberfläche des Waſſers auf den Rücken unter dem ſchwimmenden Blatte einer Pflanze, welches es mit den Vorderbeinen an ſeinen Bauch drückt. Aus vier Röhren, von denen zwei länger aus dem Hinterleibe heraus⸗ treten, als die andern, fließen weißliche Fäden, die durch Hin⸗ und Herbewegungen zu einem Geſpinnſte ſich vereini⸗ gen, welches mit der Zeit es kann drei Viertelſtunden dauern den ganzen Bauch des Thieres überzieht. Iſt dieſes fertig, ſo kehrt ſich der Käfer um, dasſelbe auf den Rücken nehmend, und fertigt eine zweite Platte, welche mit der erſten an den Seiten zuſammengeheftet wird, und ſchließlich ſteckt er mit dem Hinterleibe in einem vorn offenen Sacke. Dieſen füllt er von hinten her mit ſeinen Eierreihen und rückt in demſelben Maße aus demſelben heraus, als ſich jene hinten mehren, bis endlich das Säckchen gefüllt iſt, und die Hinterleibsſpitze herausſchlüpft. Jetzt faßt er die Ränder mit den Hinterbeinen, ſpinnt Faden an Faden, bis die Oeffnung immer enger wird und einen etwas wulſtigen Saum bekommt. Darauf zieht er Fäden querüber auf und ab und vollendet den Schluß wie mit einem Deckel. Auf dieſen Deckel wird noch eine Spitze geſetzt, die Fäden fließen von unten nach oben und wie⸗ der zurück von da nach unten, und indem die folgenden immer länger werden, thürmt ſich die Spitze auf und wird zu einem etwas gekrümmten Hörnchen. In vier bis fünf Stunden, unachdem hier und da noch etwas nachgebeſſert wurde, iſt das Werk vollendet und ſchaukelt, ein kleiner Nachen von eigenthümlicher Geſtalt, nun auf der Ober⸗ fläche zwiſchen den Blättern der Pflanzen. Wird er durch unſanftere Bewegungen der Wellen umgeſtürzt, richtet er ſich ſogleich wieder auf, mit dem ſchlauchartigen Ende nach oben, in Folge des Geſetzes der Schwere; denn hinten liegen die Eier, im vorderen Theile befindet ſich Luft. Nach 1618 Tagen ſchlüpfen die Lärvchen aus, bleiben aber noch einige Zeit in ihrer gemeinſamen Wiege, wie man meint, bis nach der erſten Häutung. Da ſich aber weder die Eiſchalen, noch dieſe Häute in einem dann am Deckel geöffneten Cocon vorfinden, müſſen dieſelben von den Larven aufgezehrt worden ſein, wie das lockere Gewebe, welches den innern Neſtraum noch ausfüllte.

2. Hydrophilus aterrimus, Esch., etwas kleiner, als der vorige und nur 14 16 lang, ſonſt leicht mit ihm zu verwechſeln; doch iſt er tiefer ſchwarz, auch fehlt ihm das Dörnchen an der Spitze der Flügeldecken. Ich habe ihn nur einmal erhalten.