Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : Fortsetzung
Entstehung
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3. Hydrophilus caraboides, L., nur 7 8 lang, gewölbt, ſchwarz, weniger glänzend, als die vorigen, unten mit ſeidenartigen Haaren bedeckt, mit Ausnahme eines länglichen Fleckens am letzten Abſchnitte des Hinterleibs; an den gleichen Orten wie die vorigen.

NB. Nach einigen Schriftſtellern ſollen dieſe Käfer der Fiſchbrut nachſtellen, wodurch namentlich die größe⸗ ren in Fiſchteichen ſchädlich würden; ſie vertilgen indeſſen auch Waſſerinſekten.

Taſchenberg giebt an, daß der Darmkanal von Hydrophilus piceus in ſeiner Beſchaffenheit weſentlich von dem der andern Waſſerkäfer abweiche und dem der pflanzenfreſſenden Blatthörner gleiche, alſo auf Pflanzenkoſt hinweiſe, glaubt jedoch auch, daß ſie Waſſerinſekten angreifen und ausſaugen.

. MHdrobius, Leuch.

1. Hydrobius fuscipes, L., ſchwarz oder braun,

2. limbatus, Fbr., ſchwarz, Flügeld. gelbbraun,

3. melanocephalus, Fbr., bräunlichgelb, mit 4

ſchwarzen Punkten auf dem Halsſchilde. Cyclonotunm, Da). 1. Cyclonotum orbiculare, Fabr., 1 ½ lang, ſchwarz, ebendaſelbſt. Sphaeridium, Fabr.

1. Sphaeridium scarabaeoides, L., ein rundlicher, 3 langer, auf den Flügeln fein punktirter und ſchräg geritzter Käfer von ſchwarzer Grundfarbe, an der Schulter hat er einen blutrothen, an der Spitze der Flügeldecken einen gelben Flecken.

2. Sphaeridium bipustulatum, Fabr., dem vorigen in der Färbung ähnlich, doch ſind Flügeldecken und Halsſchild gelb gerandet, auch iſt er kleiner und nur 2 lang.

NB. Die beiden ebengenannten Käfer leben nicht, wie die vorhergehenden, im Waſſer, ſondern in friſchem Kuh⸗ und Pferdemiſt und ſind ziemlich häufig.

Cercyon, Leuch.

1. Cercyon haemorrhoidale, Fabr., ein rundliches, ſtark gewölbtes, nur 1 1 ½% langes Käferchen von ſchwarzer Farbe; die Flügeldecken ſind entweder nur an den Spitzen oder bis zu den Schultern braunroth, ſo daß von der ſchwarzen Farbe oft nur ein kleiner Flecken übrig bleibt.

2. Cercyon atomarium, Fabr., nur 1 lang, ſchwarz. 3. flavipes, Fabr., 1 1 lang, ſchwarz; Seitenrand und Spitze der Flügeldecken gelblichroth. 4. melanocephalum, L., 1 lang, Kopf und Halsſchild ſchwarz, Flügeldecken gelbroth mit einem großen dreieckigen, ſchwarzen Flecken, welcher an der Wurzel der Naht ſteht.

5. Cercyon unipunctatum, L., gelb mit einem herzförmigen ſchwarzen Flecken an der Wurzel der Naht, 1 lang.

NB. Auch dieſe Gruppe lebt im Dünger, oft auch unter Steinen; die aufgeführten 5 Arten ſind überall ziemlich häufig.

1 3 lange Käfer ohne beſondere Bedeu⸗ tung, im Rüdesheimer Winterhafen und den Sümpfen in deſſen Nähe.

VI. Familie: Silphidace. Necrophornus, Fabr.

1. Necrophorus germanicus, L., 10 16 lang, ſchwarz mit umgeſchlagenem roſtrothem Flügelrande, öfters auch, wie an dem Exemplare, das ich beſitze und bei Gau⸗Algesheim an Aas fing, mit einem kleinen, roſtrothen Flecken hinter dem Höcker am Ende der abgeſtutzten Flügeldecken.

2. Necrophorus humator, Fabr., nur 9 11 lang und ſchwarz, ebenfalls an Aas und hier, wie der vorige, nicht gerade ſehr häufig.

3. Necrophorus vespillo, Fabr., gemein an Aas, z. B. an den Cadavern von Maulwürfen oder ausgelegten todten Vögeln. Ich fing ihn ſchon an Vögeln, die mir während des Sommers zum Ausſtopfen geſchickt worden waren, die ich aber wegen ſchon eingetretener Fäulniß nicht brauchen konnte und vor das Fenſter legte. Als⸗ bald kam ein Exemplar angeflogen und begab ſich unter den Leichnam, ein Beweis, wie gut dieſe Käfer das Aas wittern. Ein anderes Beiſpiel mag darthun, mit welcher unglaublichen Schnelligkeit ſie bei dem Begraben des Aaſes (woher ſie den NamenTodtengräber haben) zu Werke gehen: Auf einem Kirchhofe ſah ich einen todten, rothrückigen Würger im Graſe liegen und bemerkte, daß 2 unſerer Käfer an ihm herumliefen; es war gegen Abend. Am andern Morgen ging ich wieder hin und konnte von dem Würger nur noch den äußerſten Theil der Schwanzſpitze bemerken; der ganze übrige Körper war vollſtändig in den ziemlich harten Boden hineingearbeitet. Man bedenke hierbei, daß unſer Käfer nur 5 10 lang iſt. Welche Arbeit muß ein ſolches Begräbniß für 2 ſo kleine Thiere ſein! Freilich ſind ihre Beine kräftig und haben ſtark erweiterte Schienen, überdies ſind beim Männchen die 4 erſten Tarſenglieder der Vorder⸗ und Mittelbeine verbreitert; dadurch iſt der Käfer in den Stand geſetzt, die Erde unter ſich weg nach hinten zu ſcharren. Dies geſchieht zuerſt unter dem todten Thiere, wodurch nach und nach eine Vertiefung gebildet wird, in welche dasſelbe einſinkt. Mit der ausgeſcharrten Erde wird es zuletzt vollſtändig bedeckt, worauf das Weib⸗