3. Der Leib empfindet nimmer Leid; 4. 0 Leib des Herrn! wie zart und fein! Bleibt unversehrt in Ewigkeit, Du dringst durch Schloss und Riegel ein; Gleichwie die Sonne leuchtet klar Wie durch das Glas die Sonne geht,
Durch noch so viele tausend Jahr.. Und nichts den Strahlen widersteht. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Alleluja!
5. Schnell ist der Leib, schnell und geschwind, 6. O Mensch! verhüll dein Angesicht; Gleichwie ein Pfeil, gleichwie der Wind; Den Glanz erträgt dein Auge nicht; Gleichwie ein Stern viel tausend Meil Kein Mensch auf dieser Erde kann Die Welt umläuft in schneller Eil. Des Herren Glorie schauen an.
Alleluja! Alleluja! Alleluja! Alleluja!
7. Verklärter Leib! dich bet ich an; Lobpreise dich, soviel ich kann; Gieb, Herr, dass ich in Ewigkeit Ihn schauen mög in Himmelsfreud. Alleluja! Alleluja!
Erweckung der Stimmung: Vergl. das Bild zur bibl. Geschichte N. T. Nr. 80. Im Hintergrund bemerkt man die hell erleuchtete Grabeshöhle, vorn die Wächter, die teils geblendet am Boden liegen, teils erschreckt vom Glanz zurückweichen, seitlich ein Engel, der unverwandt den Auferstandenen anschaut. In der Mitte der Heiland. Ein Strahlenkranz umgiebt sein Haupt, lichter Schein ist über den ganzen Körper aus- gegossen, noch sind die Wunden sichtbar, aber auch aus ihnen scheint Licht hervorzuquellen. Die linke Hand trägt eine Fahne, das Zeichen des Triumphes und der Freude, wührend die rechte wie zum Segen erhoben ist.
Vortrag des Liedes. Pause vor der letzten Strophe.
Darbietung: Str. 1. Aufforderung den verklärten Leib des Herrn zu betrachten. Wenn wir uns das Bild des leidenden Heilandes ins Gedächtnis zurückrufen, wie es so schön gezeichnet ist in dem Lied„O Haupt voll Blut und Wunden“, und nun das Bild des Auferstandenen betrachten, so fragen wir uns unwillkürlich:„Ist das der Leib, Herr Jesu Christ?“ Diese Frage drückt die höchste Verwunderung aus, die sich auch kund giebt in der folgenden Aufforderung, Kinder und Erwachsene(„jung und alt“) sollen die verklärte(clarus= hell, licht) Gestalt des Leibes(den wohlgestalteten, unversehrten Leib) betrachten. In dem doppelten Jubelruf„Alleluja“ (Lobet den Herrn) äussert sich passend die christliche Osterfreude. Inh.:„Seht die verklürte Leibsgestalt“.
Str. 2. In dieser und den 3 folgenden Strophen wird der verklärte Leib näher geschildert. Lichter Glanz ist über ihn ausgegossen, aus welchem besonders die Wunden als ehrenvolle Zeichen(„Male“) eines rühm- lichst bestandenen Leidens hervorstrahlen. Dieser äussere Glanz rührt her von der mit der Gottheit verbundenen Seele, die den Körper wie mächtiger(„tausendfacher“) Sonnenschein durchdringt und ihm eine wundersame Schönheit verleiht. Vgl. ein Bild, das von richtiger Beleuchtung Leben und Glanz empfängt. Inh.:„Den Leib verklärt ein lichter Strahl“.
Str. 3. Der Leib, der so viele Leiden und Wunden ertragen(Geisselung, Dornenkrönung, Kreuzigung), ist jetzt für immer von Leiden befreit(leidensunfühig) und für Wunden unempfänglich(„unversehrt“). Er gleicht der Sonne, die Jahrtausende hindurch leuchtet und doch nichts von ihrem Glanze und ihrer Kraft verliert. Inh.: „Der Leib empfindet nimmer Leid“.
Str. 4. Der Leib des auferstandenen Heilandes istsnicht wie unser Körper an die Gesetze der Körper (Undurchdringlichkeit, Schwere u. s. w.) gebunden, sondern er ist vergeistigt(„zart und fein“), so dass er wie ein Geist durch verschlossene Thüren(„Schloss und Riegel“) dringen kann. Vgl. B. G. Nr. 83 und 84 N. T. Auch hierin gleicht er der Sonne, deren Strahlen alles durchdringen. Inh.:„O Leib des Herrn, wie zart und fein“.
Str. 5. Wie der verklärte Leib des Herrn nicht an die Naturgesetze gebunden ist, so ist er auch nicht eingeengt durch Raum und Zeit(„schnell und geschwind“). Daher erscheint er den Jüngern bald in Jerusalem, bald am See Genezareth in Galiläa(b. G. Nr. 84 und 85 N. T.). Er war in Emaus bei den 2 Jüngern und fast gleichzeitig in Jerusalem(b. G. Nr. 82 N. T). Diese Schnelligkeit wird erklärt durch den Vergleich mit dem Pfeil(schnell), dem Wind(schneller), mit einem Stern, der in rasender Eile im Weltall kreist. Inh.: Schnell ist der Leib“.


