Aufsatz 
Die Behandlung des Kirchenliedes im katholischen Religionsunterricht / von J. May
Entstehung
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Str. 2. Betrachtung des Angesichtes. Die vordem geröteten Wangen und frischen Lippen(Zeichen der Gesundheit) sind fahl und blutleer(Zeichen des Todes), dadurch ist dem ganzen Antlitz jede körperliche Schönheit genommen. Doch aus dem Auge strahlet noch ein übermenschlicher Zug, die Geduld, womit der Heiland nicht nur sein grosses Leiden trägt, sondern nicht einmal für seine Feinde ein Wort des Tadels, ja für den reumütigen Schächer, der gewiss keine Huld(Gnade) verdient, Worte des Trostes und der Verzeihung hat, womit er ihn beglückt. Inh.:All Schönheit ist vergangen.

Str. 3. Die Ursache dieser Leiden. Warum hat Christus leiden und sterben wollen(Kat. I F. 137) Was war also die Schuld dieser Leiden? Die Menge(Last) der Sünden. Vgl.Um unsrer Missethaten willen ist er verwundet, um unsrer Sünde willen geschlagen worden. Js. 53, 5. Insofern jeder Mensch an diesen Sünden teilnimmt, hat er auch Anteil an der Schuld.Ich habe das verschuldet, kann daher jeder Mensch sprechen. Eben deshalb sollte er auch teilnehmen an der Strafe(Ich bins, der dies verdienet hat), wenn nicht Christus barmherzig(Erbarmer) die ganze Strafe auf sich genommen und so für unsre Missethat(Sünde) genug gethan hätte(Kat. 1 Fr. 138). Inh.:»Ich habe das verschuldet, was du getragen hast.

Str. 4. Gelöbnis der Treue bis zum Tod. Das Kreuz, an dem der Erlöser all die geschilderten Leiden ertragen und seine ganze Liebe bewiesen hat, soll dem Christ stets vor Augen sein. Es mahnt ihn stets an seine Schuld und macht ihn demütig. Es ruft ihm das Wort des Heilandes ins Gedächtnis:Wer sein Kreuz nicht trägt, kann mein Jünger nicht sein und macht ihn bereitwillig diesem Ruf zu folgen, was ja seine Pflicht ist (das ziemet mir); dies giebt ihm frohe Zuversicht in der schweren Stunde des Todes, dass er nicht ewig ver- loren gehe. Der kath. Christ stirbt mit dem Sterbekreuz in der Hand und schlummert im Schatten des Kreuzes einer seligen Auferstehung entgegen. Vgl. Lied 64:O du hochheilges Kreuze. Inh.: Ich will dich nie verlassen.

Str. 5. Dank für die Leiden. Der Dank kommt zum Ausdruck in Worten, indem wir Jesus unsern besten Freund nennen(Wie zeigt er sich als unser Freund? denke an das Gedichtdie Bürgschaft) und be- kennen, dass er es gut mit uns gemeint hat(unser Bestes wollte). Was wollte Jesus, indem er für uns Mensch ward, litt und starb? Dieser Dank soll sich aber auch äussern in der That durch treue Anhänglichkeit(dass ich mich halte zu dir) an ihn, der uns so treu geliebt hat(zu deiner Treu). Diese Anhänglichkeit wird genährt durch beständige reuvolle Gesinnung(dass nimmermehr erkalte im Herzen Lieb und Reu), die uns immer aufs neue zum Bewusstsein bringt, was Christus uns geworden ist. Inh.:Ich dank dir, Herr, von Herzen.

Str. 6. Bitte für die Todesstunde. Namentlich in der Todesstunde(wenn ich einst werde scheiden), wenn alles uns zu verlassen droht, wendet sich der Christ an den sterbenden Heiland, damit er ihm Trost, Heil, und Licht sei. Der Gedanke, dass er für unsre Sünden genug gethan hat, tröstet uns nicht bloss in dem Augen- blicke, wo wir für dieselben vor Gottes Gericht zur Rechenschaft gezogen werden sollen, diese Genugthuung ist auch wirklich die Ursache unseres Heiles; darum brauchen wir nicht in dunklem Zweifel in die Ewigkeit hinüber- zugehen, sondern mit dem frohen Bewusstsein(mein Licht), dass wir bei Gott Gnade finden. Darum folgt nochmals die zuversichtliche Bitte, der Herr, der selbst die Schrecken des Todes gekostet hat(Kraft deiner Angst und Pein), möge uns dann die Angst und Bangigkeit des Todes nehmen. Inh.:Wenn ich einst werde scheiden, o, dann verlass mich nicht.

Bau des Liedes. Es besteht aus 2 Teilen: I. Begrüssung Str. 1, und Betrachtung des dorngekrönten Hauptes Jesu Str. 2. II. Die Gesinnungen, die dadurch in uns geweckt werden. Der gläubige Beschauer er- kennt sich als den Urheber dieser Leiden Str. 3., gelobt ihm innige Nachfolge im Leben und im Sterben Str. 4., dankt für den Segen seiner Todesschmerzen St. 5 und fleht um den Beistand des Erlösers in seiner Todes- stunde Str. 6.

Verwertung: Reue über die Sünden, Vorsatz der Besserung.

Osterlied.

(Gesangbuch Nr. 80.)

1. Ist das der Leib, Herr Jesu Christ, 2. Den Leib verklärt ein lichter Strahl; Der tot im Grab gelegen ist? Es schimmert hell der Wunden Mal; Kommt, kommt, ihr Christen, jung und alt, Die Seel durchleuchtet ihn so rein,

Schaut die verklärte Leibsgestalt! Wie tausendfacher Sonnenschein. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Alleluja!

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