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Nr. 6 N. T.„Darstellung Jesu im Tempel“, Lied Nr. 45„Drei Könige führt Gottes Hand“ und b. G. Nr. 7„Die Weisen aus dem Morgenlande“. Es würde zu weit führen, diese Zu- sammenstellung der einzelnen Gesangbuchslieder mit den entsprechenden Abschnitten der piblischen Geschichte ganz durchzuführen. Es wird sich aber kaum ein wichtiges Moment in der Heilsgeschichte finden, welches nicht auch im Gesangbuch durch ein entsprechendes Lied vertreten wäre. Es ist nun gewiss zweckentsprechend und für die biblische Geschichte nicht minder wie für das Gesangbuch gewinnbringend, solche Lieder am Schlusse eines be- sprochenen biblischen Abschnittes vorzulesen oder lesen zu lassen und die sich noch etwa darbietenden Schwierigkeiten durch kurze Erklärungen zu heben. Durch dieses Verfahren werden die noch etwa bleibenden Unklarheiten der biblischen Erzühlung klar gestellt, und andererseits erscheint das Lied, das man später vielleicht gedankenlos gesungen hätte, in ganz neuer und dauernder Beleuchtung.
Das Kirchenlied kommt aber auch der biblichen Geschichte zu statten, insofern sie zur Ergänzung und zur Fruchtbringung der Katechismuswahrheiten dient. Oft kann der Katechismus nur kurz andeuten, was die biblische Geschichte an einem Bilde lebensvoll vor die Seele führt, und wozu die kurze Nutzanwendung des Katechismus uns nur anregt, dazu reisst das lebendige Beispiel der biblischen Geschichte uns hin,„Verba docent, exempla trahunt“.
Auch in dieser Funktion schliessen sich die Kirchenlieder in ungezwungenster Weise an den biblichen Unterricht an. Denn dieselben sind nicht bloss epischer, sondern auch didaktischer Natur, sie teilen nicht einfach die Begebenheit mit, sondern knüpfen die Erörterung einer Lehre an, welche mit der Begebenheit im Zusammenhang steht und bringen die Gefühle und heilsamen Entschlüsse zum Ausdruck, welche die biblische Begebenheit in uns erwecken soll. Das Weihnachtslied„Gelobt seist du, Herr Jesu Christ“ erwühnt in Str. 1 kurz die Begeben- heit der Menschwerdung, während wir in den übrigen Strophen belehrt werden über die Be- deutung dieses Werkes für die Menschheit. Die Betrachtung des Geheimnisses der Mensch- werdung erweckt naturgemäss im Herzen der gläubigen Christen dankbare Gegenliebe und Hingabe an das aus Liebe zu uns Mensch gewordene Gotteskind. Diese findet einen rührenden Ausdruck in dem anderen Weihnachtslied„Zu Betlehem geboren ist uns ein Kindelein“, welches als praktische Konsequenz sich ungezwungen an die Geschichte von der Geburt unseres Herrn anfügen lässt. Ebenso will das herrliche Passionslied„Ihr Felsen hart, wie Marmor- stein“ uns betrachtend die Grösse der Leiden des Erlösers nahe legen, während das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ die Gefühle herzlichen Mitleides, aufrichtiger Bussgesinnung, innigsten Dankes und vertrauensvoller Zuversicht in unseren Herzen wachrufen will. Dieses Lied mit wahrer, tiefer Empfindung nach dem entsprechenden Abschnitt der biblischen Ge- schichte vorgetragen, wird mächtiger und dauernder in der Seele wiederklingen, als die ein- dringlichsten Worte es zu thun vermöchten. In ähnlicher Weise lässt sich dankbar verwerten zum Schluss der biblischen Geschichte von der Auferstehung das Osterlied„Ist das der Leib, Herr Jesu Christ“, das eingangs die Thatsache hervorhebt, dass der Heiland mit verklärtem Leibe aus dem Grabe hervorgegangen ist, während die übrigen Strophen erörtern, worin diese Verklärung bestand. Das Lied„O König, Gott von Ewigkeit“ schildert nicht bloss die Himmel- fahrt des Herrn, sondern auch seine Herrlichkeit und Macht, deren er sich dort erfreut. „Deinem Heiland, deinem Lehrer“ oder auch„O Christ, hie merk“ enthält ausgiebig die Lehre von der Transsubstantiation,„Ave, o Fürstin mein“ kurz und bündig die Würde und Vorzüge Marias. Alle diese Lieder, und ihre Zahl lässt sich noch vermehren, werden, passend verwertet, dem behandelten Gegenstand Licht und Wärme gewähren, während das Lied von diesem Leben


