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versicht“. Diese Strophe am Ende des Unterrichts vom Glauben, als Nutzanwendung verwertet, hat gewiss bleibenden Wert. Eben so schön ist die gesamte Lehre von der Kirche und ihrer Einrichtung(Str. 1, 7, 8), von ihren Kennzeichen und ihrer Bestimmung(Str. 2—7), sowie von unseren Pflichten gegen sie(Str. 9 u. 10), niedergelegt in dem Liede Nr. 150„Die Kirche hat Gott festgestellt“. Jedenfalls dürfte ein solches Lied, gehörig besprochen, mehr zum Verständnis der betreffenden Wahrheit beitragen, als eine nüchterne Umschreibung schwer verständlicher Ausdrücke, grammatische Auflösung der schwierigen Sätze und Satzverbindungen, eine Wieder- gabe der Katechismusantworten durch eigene Worte, oder eine trockene Definition oder Expo- sition. Eine so doctrinäre Erörterung ist nicht für das jugendliche Gemüt, sie ist zu prosaisch und darum für die Phantasie oft langweilig. Dieselbe Wahrheit in ein poetisches Gewand ge- kleidet, spricht mehr an, belebt den immerhin etwas einförmigen und ermüdenden Katechismus- unterricht, macht die dort behandelten Gegenstände anschaulicher und auch fürs Leben nutz- barer. Die Wahrheiten, die der Katechismus lehrt, werden ja nicht um ihrer selbst willen gelehrt und gelernt, sondern sollen ins Leben umgesetzt werden, indem man die praktischen Konse- quenzen daraus zieht. Aus diesem Grunde befindet sich am Schlusse eines jeden Abschnittes eine „Nutzanwendung“, oder ein passender Spruch, der die Gedanken und Gefühle, welche in den Schülern die behandelte Lehre bewirken soll, wiedergiebt. Aber viel besser wird dieser Zweck erreicht durch ein Lied oder die Strophe eines Liedes.„Die Nutzanwendung ist häufig prosaisch, kurz und trocken; die gereimten Sprüche werden nach dem Schulleben leicht wieder vergessen, weil es an Gelegenheit fehlt sie zu wiederholen und aufzufrischen. Jene Lieder aber werden durch wiederholtes Singen in der Kirche bleibendes Eigentum der Seele und erwecken in ibr immer wieder die ersten Eindrücke“¹¹).
Das Kirchenlied tritt auch zum Unterricht der biblischen Geschichte in eine leicht zu vermittelnde Verbindung. Die biblische Geschichte dient nicht bloss zur Veranschaulichung und zur Begründung der religiösen Wahrheiten, die der Katechismus vorträgt, sie dient auch zur Ergänzung und fruchtbringenden Anwendung dieser Wahrheiten ²). Nach dieser doppelten Richtung hin leistet das Kirchenlied gute Dienste. Es unterstützt und belebt die Er- zählung und Begründung, welche die biblische Geschichte darbietet und macht die Herzen für die Aufnahme des Göttlichen empfänglicher.„Das Lied, welches nach voraufgegangener Behandlung einer biblischen Geschichte leicht verstanden und tief empfunden wird, macht den bezweckten Eindruck dauerhafter,„ewiger“ und jedesmal, wenn im Wechsel der Jahre dasselbe beim Gottesdienst wieder ertönt, wird es die ganze Reihe von Vorstellungen und Gefühlen reproduzieren, welche das Kind zum erstenmal gehabt hat, als es in der Schule aus dem Munde des Lehrers die unvergesslichen Verse vernahm“. Viele Lieder erzählen ja nur in poetischer Form Begebenheiten der biblischen Geschichte und decken sich inhaltlich mit den entsprechenden Abschnitten derselben. Das Lied Nr. 25„Meine Seele, dank und singe“ enthält nichts anderes, als das, was uns in der biblischen Geschichte Nr. 2 N. T. von der Ver- kündigung der Geburt Jesu erzählt wird. Ebenso decken sich inhaltlich vollständig und selbst dem Wortlaut nach vielfach Lied Nr. 180„Maria ging hinaus“ und b. G. Nr. 3 N. T. Heim- suchung Mariae, Lied Nr. 204„Johannes auserkoren“ und b. G. Nr. 1, 4, 10 N. T. Ver- kündigung, Geburt und öffentliches Auftreten des Johannes, Lied Nr. 35„Es kam ein Engel, hell und klar“ oder auch Nr. 36„Der Tag der ist so freudenreich“ und b. G. Nr. 5 N. T. „Geburt unseres Herrn Jesu Christi“, Lied Nr. 181„Es war die Zeit gekommen“ und b. G.
¹) Vgl. H. Galle, Erklärung kath. Kirchenlieder in der Einleitung. ²) Vgl. Knecht, Praktischer Kommentar zur bibl. Gesch. 12. Aufl. S. 5 ff.


