Aufsatz 
Die Cantica der Antigone : kritisch-exegetisch revidiert / von Theodor Maurer
Entstehung
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ungeheilter Verderbnis, an der ſich die Interpretation zu Schanden quält; ſo bekennt Schneide⸗ win⸗Nauck zu v. 980:wvielmehr iſt die Stelle verderbt. Man ſchreibe ſtatt narges Exovtec:α πυν̈ XovTOF: Xaε⁴ E axbevot Hex³eot Hexlexy d⸗day Xatov, a ονονς ᷣε⁴ονεος a&νο μρρμνεοοον οναι dde cet. ls*εxαν ναανναν faſſe ich als inneres Objekt zu rauéhevot:und ſich verzehrend in elendem Leid, die Elenden, weinten ſie, der Vater im Arme die Kinder der Unglücksbraut: die aber u. ſ. w. Natürlich ſind nun die néleo¹ nicht mehr allein die Söhne, ſondern Vater ſamt, ebenſo bezieht ſich das äde auf den in aöngeuros enthaltenen Begriff vögcꝓæ. Sieht man nicht, wie erſt vom Standpunkt des arzp, nicht aber von dem der Kinder das Epitheton dvönceoros zuläſſig erſcheint? Für den Gebrauch von ei=im Arme halten vgl Od. 232 Xale 5' EXGY A*.,οov dOAa.

v. 981 ſchließe ich mich Dindorfs Conjektur abxxνο an; wenn nicht vielleicht ad5ar' cf. Philokl. 240 vorzuziehen iſt. In beiden Fällen iſt onsgua als Nominativ zu faſſen.

§ 7. Fünftes Skaſimon(bakchiſches Tanzlied).

Die Anrede des Dionyſos ο³cous, dürften wir ſagen, enthalte im Keim die Dispoſition unſeres Tanzliedes. Noch einmal flammt die Hoffnung bei dem Chor auf, es möchte ſich noch Alles zum Guten wenden, und zur Verwirklichung derſelben wird Dionyſos angerufen, der Gott, deſſen Ehre unſer Gedicht gilt. Den Gott dazu geneigt zu machen, erinnert der Betende an die hohen Ehren, dierallerwärts dieſem Gotte gezollt werden, daher ο Gε1 6. Genannt werden die Cultſtätten Ikaria, Eleuſis, der Parnaß, das euböiſche Niſa, vor allem Theben ſelbſt, dem in ſeinen Nöten der Gott zu Hilfe kommen ſoll. Von einer weiteren Cultusſtätte wird noch unten die Rede ſein. Was den Rhythmus betrifft, ſo erkenne ich in jeder erſten Verszeile der vier Strophen einen joniſchen Dimeter:ονεέο μνμ Kadheixs; s 5' bxe 5Ao οο πεπερας ta= ν α σαανενιιιαςι ν πας πυs y. Daß die Joniker gerade dem Dionyſus⸗ kult eignen, iſt bekannt; ebenſo daß dieſelben mehrfach im Drama nur den Anfang oder den Schluß der Strophen bilden; vgl. Müller, Handbuch II., S. 547.

v. 1128 hat Dindorf zu Gunſten des Metrums ſtatt des handſchriftlichen oreikovon ein arlxouot conjicirt. Dagegen erinnern Schneidewin⸗Nauck:daß neben orehlo(aor. 2 ℳo-) ein Präſens orixle jemals vorhanden geweſen ſei, iſt nicht wahrſcheinlich(vgl. Lobeck, Technol. p. 67). Daß aber neben vreißet Sophokles ein rißely kennt, dafür vergl. Ai. 874; warum nicht neben orelxew ein oro? Daß an der Nüchternheit des Wortes kein Anſtoß zu nehmen, wie Schneidewin⸗Nauck thun, dazu vgl. Heſ. Th. 10 MoOoxt swyxtat rsiov. Statt orixouo. accentuire man err6oo.

v. 1129 will die Nebeneinanderſtellung der doch nur zeitweiligen Erſcheinung des 0r6Oꝓο% Xy mit Kataotaie ts vah« nicht paſſen; ich ſchreibe»kuas als beigeordnet dem 5g d016o erc. Die dichteriſche Gedankenfaſſung r0 5ncne Nvoös erhält ihr Licht durch die gläubige Andacht der Feſtfeiernden, für die der Gott leibhaftig gegenwärtig gilt, wenn er ſich auch dem ſterblichen Auge entzieht: ſo ſchaut ihn nur der als Opfer aufſteigende

leuchtende Rauch.