Aufsatz 
Die Cantica der Antigone : kritisch-exegetisch revidiert / von Theodor Maurer
Entstehung
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über Mangel an Teilnahme ſeitens des Chors verharrt, v. 852 ff. 0g, n' Zoaoy dA‿οαοs cet., damit zugleich die Richtigkeit unſerer Beziehung des vexéuan beſtätigend. Ueber v. 873 ſiehe den folgenden Paragraph zu v. 961*)

§ 6. Viertes Skaſimon.

Erſtaunlich muß erſcheinen, wie die neueren Erklärer für die Deutung des 88577 v. 955 zu Eingang der Antiſtrophe mit ſeiner Beſtimmung nsrõder ad‿νςαραος ε&ν d von einem intereſſanten Wink des Scholiaſten ſo gar keine Notiz genommen haben. Dieſelben denken auch für die Beſtrafung des Lykurgos allgemein an ein Einſperren in einer Felsgrotte; dabei ziehen ſie die Erwähnung eines Bildes Auxοορ◻ ο 5s5ehevo in einem Dionyſostempel bei Longus an, von dem es bei Schneidewin⸗Nauck heißtwahrſcheinlich die Anfeſſelung in der Felsgrotte. Daß der Vorwurf dieſes Bildes ein bekannter geweſen, lehrt der Name des Bildes. Um ſo unverſtändlicher, wie man die beſtätigenden Worte des Scholiaſten hat unberückſichtigt laſſen können, der zu v. 955 anmerkt roy 5scev d Tſe dneon en elnev dyr! roo, roy ioogy, desgl. zu v. 957 ch gregec Secuch dee aieno. Auch hier beweiſt der Artikel von ahnexo«, daß man es mit einer landläufigen Vorſtellung zu thun hat. Offenbar liegt ein Seitenſtück zu der bekannten Beſtrafung der tyrrheniſchen Seeräuber vor, um deren Schiff ſich Weinreben ſpinnen. Die Deutung dessrοοιννο* ſeitens des Scholiaſten darf unter ſolchen Umſtänden durchaus nicht von der Hand gewieſen werden. Ohne Mißver⸗ ſtändnis zu fürchten, konnte der Dichter füglich jenes metaphoriſche Epitheton wählen, wodurch die Beſtrafung des Lykurg noch verwandter mit der Antigones ſowohl als der der beiden anderen in Parallele geſetzten mythiſchen Perſönlichkeiten erſchien.

Daß das unſinnige àdeiev v. 960 noch auf ſeinen Verbeſſerer hat warten müſſen, mag zeigen, wie wir ſo gern an dem Nächſtliegenden vorbeiſtolpern, das Wort beſtätigend, das ich manchmal aus dem Munde eines beſonnenen älteren Pädagogen, wenn er aus der Claſſe

*) Eine Muſterleiſtung abſprechender Oberflächlichkeit muß es genannt werden, was Herr Schmelzer pg. 81 ff. zur Begründung ſeines Satzes:Im Folgenden dürften all' die Verſe, welche dem Chore zugewieſen werden(817 22; 834 48; 853 56; 871 75), kaum von Sophokles herrühren, zu Markte bringt. Es iſt für einen ehrlichen Forſcher wirklich eine Zumutung, ſich mit der Widerlegung ſolchen Geredes zu befaſſen. Man leſe Folgendes!Es iſt taktlos, die Antigone mit dem styh und dem matten ànaoy 5αl tröſten zu wollen, und es iſt geradezu albern, einem Menſchen den Hungertod erträglicher machen zu wollen dadurch, daß man ihm ſagt:Du biſt wenigſtens nicht einer zehrenden Krankheit erlegen oder mit dem Schwerte hingerichtet worden. Antigone, in der Lage, worin ſie ſich befindet, zu tröſten, iſt ſchon kein allzuleichtes Stück, denken wir, und doch wird den greiſen Chor ſein menſchliches Gefühl zu ſolchem Verſuche treiben. Wo ſoll nun das Taktloſe ſtecken, wenn man Jemandem, der zum Tode geht, ſeinen Tod in ein ehrenvolles Licht rückt? Oder iſt es ferner nicht eine Verdrehung der Wahrheit, wenn Herr Schmelzer die Sache ſo darſtellt, als trete bei dem Dichter der Tod durch zehrende Krankheit oder fremdes Schwert in einen Gegenſatz zumHungertod und nicht vielmehr zu dem mit freiem Willen, einer heiligen Pflicht zu lieb übernommenen, wie ſo deutlich das gegenſätzliche a2X, a5evos v. 821 zeigt(in gleichem Sinne heißt es v. 875 a5 r6vrog.) Wir thun es Herrn Schmelzer nicht an, uns ein⸗ zubilden, wir ſagten ihm damit etwas, was er ſich nicht ſelber geſagt hätte. Trotzdem muß ihm dieſes entſcheidende *ε τεꝙ έε nichtsſagend heißen. Wir verſtehen; wird doch damit ſeine ganze Sophiſtik zu Schanden. Das A und O aller Wiſſenſchaft bleibt ewig die Wahrhaftigkeit! Damit verabſchieden wir uns von Herrn Schmelzer.

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