Aufsatz 
Die Cantica der Antigone : kritisch-exegetisch revidiert / von Theodor Maurer
Entstehung
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klar und deutlich zeigen, was gemeint iſt. Dieſes Allgemeine, Verhüllte des Ausdrucks iſt daran ſchuld geworden, daß man unſer zweites Strophenpaar bisher ſo gar nicht verſtanden hat, infolge Verderbniſſe des Textes wittert, wo derſelbe bei richtigem Verſtändnis ſich völlig heil ausweiſt. Mochte bis jetzt der König auch den Schein des Rechtes auf ſeiner Seite haben, das anſchließende Zwiegeſpräch mit Hämon wird beſtätigen, daß er bereits der ära verfallen iſt. Daß dem Chor die Ahnung dafür aufgegangen, ſpricht er am Schluſſe der zweiten Antiſtrophe, dem Schluſſe des ganzen Staſimon aus mit der Erinnerung an ein Xetvò, Erοs:Ganz nahe iſt der ara(ρ‿⁴ανσοεει εαλμνπνοοιειν vO, x Arac), wenn im Geiſte deſſen, den ein Gott darein führen will, ſich die ſittlichen Begriffe verwirreu: o Xaxsy Soxen, wor' 20-Av Tc Euey, 5* pevxs deds kler s Arav. In dieſem Falle aber erſcheint dem Chor gewiß nicht mehr Antigone, deren Verhängnis ſich ja bereits vollzogen hat, ſondern Kreon. Daß aber Kreon etwa vor der drohenden àAra noch bewahrt bleibe, erſcheint um ſo unwahr⸗ ſcheinlicher, als im allgemeinen der Menſch nur durch Schaden klug wird,; ſieht ſolchen daher der Chor für Kreon voraus. Darauf eben zielt jenes elsér 5 588, Eet, b,! deS n65a& ο οοοποά,erinnernd an unſerGebrannte Kinder ſcheuen das Feuer. Bei unſerem griechiſchen Bilde iſt natürlich an ein Wärmen der Füße am Feuer gedacht. Daß wir aber den Hauptſatz, jenes elsért 5' 05 S-, E e:, ſeither die richtige crux philologica, ſinngemäß wieder⸗ geben mit:Keiner rühmt ſich eines Wiſſens[wörtlich:Nichts kommt einem Wiſſenden daß er es wüßte] das ergibt ſich Jedem, der ſich nur einmal ſelbſt an einer Ergänzung unſeres ſich mit xgiy einleitenden Nebenſatzes zu einer Sentenz verſucht. Denn daß es ſich um eine ſolche handelt, zeigt der allegoriſche Ausdruck und entſpricht dem ganzen Ton unſerer Strophe. Mit einer Sentenz hat ja auch Strophe S' geſchloſſen: 055 Eer dwe, Sierp aneen(wie ich ſtatt des überlieferten ſinnloſen μναοQέα leſe) aard aras; abermals eine crux philologorum. Wo es keinen Zweifel leidet, daß wir es auch hier mit einem Gemeinplatz zu thun haben, ſo ſucht derſelbe gewiß auch bei anderen Völkern ſein Gegenſtück. Wir erkennen es einfach in dem errare humanum: Irren iſt menſchlich. Weil aber der Irrtum mit dem Menſchentum ſo ver⸗ wachſen erſcheint, ſo wird er der Fluch, die ara des Menſchentums zar'. Eine ähnliche Empfindung wie das griechiſche Ara an unſerer Stelle weckt für uns unſer deutſchesWahn, vgl. Schiller's Kaſſandra:denn mich flieht der ſüße Wahn.Nichts im Allleben der Menſchen bleibt frei vom Wahn= bleibt frei vom Fluche des Irrtums. Was aber am meiſten zum Wahne führt, es iſt die Amis, die Hoffnung, von der es bei uns neben demMit Harren und Hoffen hat's mancher getroffen heißt:Hoffen und Harren hat manchen zum Narren, ent⸗ ſprechend bei unſerem Dichter hier:& μο̈¶ςmπτπλνμνμμαννς επαν αωσνοε HEv Svος&μꝓφνινμν o X 5' Adea O†ρον εεμα. Dieſe X0†ρνOε Ʒoes ſind es auch, die Kreon den Sinn berückt haben, ſein ungezügelter Herrſcherwille. Er hat es vergeſſen, daß nur Einer es iſt, der ſich einer uneingeſchränkten 56ps erfreut: es iſt der 59Koras, von dem es heißt arhoo arexets OXSGb Haαεsοαvν abXxv. Ihm ſich ebenbürtig zu wähnen, hat ſich in Kreon die 26 5negßaclz vermeſſen. So ſind wir von der Mündung, dem Laufe des Fluſſes folgend, hinauf⸗ geſtiegen zur Quelle:rsaàv, Zeò, 56vxονq ς ανρςμρν Oαενεραα ατα⁴αοσι³˙ Wie ſollte zur letzten Betrachtung gerade Antigones Beiſpiel Anlaß geben, und nicht vielmehr Kreons, dem Antigone ſelber kurz zuvor das Gleiche zu Gemüth zu führen geſucht hatte, mit den ſchönen