— 27—
bei der Göttin auch mit dem&n Hey 5)7) oXey Tiy vO, odat nova, voraus, verrät damit aber zugleich, welche Geſinnung nach den ſchweren Erlebniſſen der jüngſten Zeit er ſelbſt als die gottgefällige betrachtet. Es iſt die Mohoooz, eine Geſinnung, der das Gebot des unmittelbar auftretenden Kreon ſchneidend widerſprechen ſoll. So weiß der aufmerkſame, empfängliche Hörer ſchon zuvor, wie ſich der Chor in ſeinem Innerſten zu jener Forderung des Gebieters ſtellen muß.
§ 2. Erſtes Staſimon.
Daß Sophokles es nach Kräften meidet, ſeine Chorgeſänge als bloßes Hors d'Oeuvre erſcheinen zu laſſen, iſt bekannt. Im erſten Epeiſodion hat der Chor die Beſtattung des Polyneikes, die ihm in Unkenntnis des Thäters doppelt ungeſetzlich erſcheinen muß, erfahren, zugleich das Rätſelhafte ihrer Art. Daran ſchließt der Dichter ſein berühmtes ⁄ SetA Anhebend mit dem Preis der menſchlichen Begabung, weiſt er auf die Gefahr des Mißbrauchs derſelben hin, ſagt ſich mit Entſchiedenheit oon dem Uebertreter des Geſetzes los, um unmittel⸗ bar mit ſeinem às 3aμέvοv eν̈αςν ⅜αροιν ds zu erkennen, gegen wen er ſeinen Spruch gefällt hat.— Dem Preis der menſchlichen Begabung gelten die drei erſten Strophen. Die erſte zeigt den Menſchen gegenüber den beiden Elementen Meer und Erde; die zweite in be⸗ grifflich, wie ſprachlich⸗metriſch völlig der erſten Strophe entſprechender Zweigliederung gegenüber der Tierwelt, erſt als Jäger, dann als Züchter.— Die Thiere, denen er als Jäger nach⸗ ſtellt, ſind nach ihrem Elemente dreifach gegliedert in die der Luft, des Feldes, des Waſſers; das ιρρμ̈ς àννο bildet dazu den unzweideutigen Abſchluß. Entſprechend erwarten wir nun die Ausführung des Begriffes der Züchtung. Als Beiſpiele werden klar erkannt Pferd und Stier; der ſonſtige Parallelismus darf auch hier ein drittes erwarten laſſen. Richtig leitet ſich denn auch mit einem ſolchen dritten Glied der zweite Teil unſerer Antiſtrophe ein: 5aret 5 8 Lravde dPA,οο μνος εοαν τ̈. Was heißt das? Wenden wir uns zunächſt an Herrn Schmelzer. Wir leſen bei ihm:„Leichtbeſchwingter*) Vögelſchaar— ſagt die erſte Gegen⸗ ſtrophe(342)— das Wild auf der Erde und Fiſche des Meeres verſteht des Menſchen Klug⸗ heit zu fangen und das Roß und den wilden Stier zu zähmen.“ Wo iſt unſre fragliche Stelle geblieben, Herr Schmelzer? Wie ſagt doch Bentley?„Sed solenne est iis hominibus, quod non probent aut non intelligant; dissimulare ac supprimere.“— Bei Wolff leſen wir zu v. 350: 9sGotäãta auch O. T 1100. Qεοονκε οvοειι Aisch. Erg. 112 in einem daktyl. Hexameter.“ Dann werden wir über den Begriff der sniνννκνμιιια belehrt. Es thut uns leid, auch dem ſo gediegenen Wolff hier das Bentley'ſche Wort nicht ſchenken zu können:„qui si hypallagen, hyperbaton, synchysin nominaverint, egregie loca quaeque contaminatissima se putant expedire.“ Hören wir auch Schneidewin⸗Nauck: v. 349 f.„lunxavats, indem er die wilden Tiere durch künſtliche Vorrichtungen einfängt.“ Nun, vom Einfangen der wilden Thiere war oben ſchon
*) Im Schmelzer'ſchen Text 4ο◻ρ οc-çℳ+ ᷑y(sic!). Ich bleibe mit Wolff bei dem handſchriftlichen 4ρ εvc„ von„0ρvape, wofür ich mir das„leichtbeſchwingt“ ſchon hätte gefallen laſſen: ein richtiges Pröbchen für Herrn Schmelzers Gründlichkeit.


