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C. Schmelzer'’s iſt, der uns zu dieſer Anklage den Mund öffnet; an der Begründung ſoll es im Folgenden nicht fehlen. Möchten die Vorfechter der modernſten Pädagogik mit ihrer Forderung einer„dreifachen Lektürenmaſſe“ für den altklaſſiſchen Unterricht wohl zuſehen, daß ſie dieſem Unweſen nicht Vorſchub leiſten, zum Schaden einer gediegenen Schulung des jugend⸗ lichen Geiſtes auf unſern Gymnaſien.
Parodos.
Wir beginnen mit der Beſprechung von v. 106, 5. 4. Daß das handſchriftliche Aorbdey ein Textverderbnis bedeutet, iſt allſeitig anerkannt. Die antiſtrophiſche Reſponſion verlangt ſtatt des Kretikus den Choriamb. Die Conjekturen Agrohnev(Blaydes), Aprétoy (Böckh), Aproren(Wolff) ſind zu billig; Hermann’'s Agrédey x³ ein Notbehelf, ebenſo Erfurdt's metriſch gewagtes an' Agrédey. Schneidewin wollte in Apredey ein Gloſſem erkennen und vermuthet Antédey. Die Apzala 5sde« als Wahrzeichen Thebens legen das entſprechende für Argos nahe: ich leſe Iωα.d'ev. Nur möchte ich unſer Textverderbnis weniger auf Rechnung eines Gloſſems ſetzen; vielmehr dürfte das auslautende ty von lebxxonty das anlautende von Iydς.οev verſchlungen haben, worauf aus dem reſtirenden 2ede durch Schlimmbeſſerung Agrédey wurde.—
Nachdem zu v. 110 des Hypermetron à aus der Erklärung des Scholiaſten längſt er⸗ kannt iſt, daß das einleitende zsy von einem heute vermißten Tranſitivum abhängt, mutet uns Herr Schmelzer mit einem neuerdings conjicirten zu, den offenbar nicht individuell, ſondern kollektiv gemeinten eökaonts ꝭe mit IIoxvvelan zu identifizieren und den mit ihm verglichenen alerés„einem Gefolge von vielen Hopliten( Q 5α) und Wagenkämpfern,
„Da Anchiſes den Sohn vom einen zum andern ſo führte, 888 Ihm entflammend den Sinn mit Begier zukünftigen Ruhmes, Lehrt er anjetzt den Helden die Kriege, die fürder zu führen, 890
Lehrt ihn Laurentums Völker, die Stadt des Königs Latinus,
Wie ſo mancher Gefahr er entrinne, andre beſtehe.—
Zwei ſind der Thore des Traums: aus Horn das eine, ſo heißt es, Wo ſich der handliche Ausgang beut wahrhaftigen Schatten;
Blendendes Elfenbein iſt der Stoff des ſchimmernden andern, 895 Durch doch laſſen die Manen nur täuſchende Träume nach oben: 896 „Lebensvoller Gebild aus Erz zu ſchmieden verſtehen— 847
Sei's drum!— andre, ſo lebendige Züge dem Marmor
Es zu entlocken; des Redners Kunſt handhaben ſie beſſer;
Zeichnet die Bahnen des Himmels ihr Stift; ſie kennen die Sterne— 850 Du zur Weltherrſchaft, Römer, dich wiſſe berufen—
Dazu ward dir die Gabe, zu lehren Friede und Sitte;
Schonung Beſiegten! Zu Boden die Hoffart! Dies deine Loſung.“ 853 So das Geleitswort, womit Anchiſes jetzo den Sohn dort 897 Mit der Sibylle zugleich entläßt durch die Elfenbeinpforte.
Jener nimmt ſeinen Weg zu den Schiffen, die Freunde zu finden;
Bald dann trägt's ihn die Küſte entlang zum Hafen Gasta's. 900


