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kaiserlichen Residenz bringen konnte. Die fast uneingeschränkte Macht eines Eusebius und Eudoxius lebte noch zu frisch in seiner Erinnerung, als daß er eine solche Stellung zu unter- schätzen vermocht hätte.
Eusebius nämlich hatte es schon sehr frühe erkannt, daß die Nähe des kaiserlichen Hofes seinem ehrgeizigen Streben nützlich sein könne, und so vertauschte er sein Bistum Berytus mit demjenigen von Nikomedien. Als Bischof dieser Stadt, in welcher damals Kon- stantin sein Hoflager aufgeschlagen hatte, erfuhr er dann sehr bald, wie weitreichend der Einfluß eines Hof- und Residenzbischofes auf die imperiale Kirchenpolitik werden konnte: ¹) es gelang ihm, dieselbe nach seinem eigenen Willen zu gestalten und damit ein mächtiges Erstarken des von ihm vertretenen Arianismus herbeizuführen. Um nun noch weiter für die Sonderinteressen seiner Partei erfolgreich wirken zu können, vertauschte er(338), als Kaiser Konstantius das Hoflager nach Konstantinopel verlegt hatte, seinen Bischofssitz in Nikomedien trotz des ent- gegenstehenden kirchlichen Verbotes mit demjenigen der oströmischen Kapitale: ²) sein Einfluß auf die Geschicke der orientalischen Kirche blieb damit unverändert bestehen.— Eudoxius andererseits war in den Pfaden des Eusebius gewandelt. Zuerst Bischof von Germanicia in Syrien, hatte er sich(357) mit listiger Eigenmächtigkeit in den Besitz des Obermetropolitan- stuhles Antiochien zu setzen gewußt, welchem nach den kirchlichen Kanones die Jurisdiktion über alle Metropoliten und Bischöfe der weltlichen Diöcese Oriens zustand.¹) Aber in dieser angesehenen Stellung duldete es ihn nicht lange. Er strebte nach einem anderen Bischofssitze, der ihm weit machtvoller, einflußreicher und darum begehrenswerter erschien als der durch seine apostolische Gründung geheiligte Stuhl von Antiochien, nämlich nach demjenigen von Konstantinopel. Am 27. Januar 360 bestieg er denselben, und nun ging er alsbald daraut aus, die Herrschaft in der orientalischen Kirche an sich zu reißen. Unter Valens gelang ihm dies- Durch ein Dezennium hindurch war er für die kirchliche Politik dieses Kaisers maßgebend und steigerte dessen Haß gegen die Orthodoxie auf eine Höhe, welche die fanatische Glaubens- wut eines Konstantius beinahe erreichte. ¹)
So nützlich der Bischofsstuhl von Konstantinopel nun auch wegen seiner Beziehungen und wegen seines Einflusses auf den Kaiserhof werden konnte,— er schien für die Zwecke und Ziele des Petrus von Alexandrien verloren zu sein, weil Gregor von Nazianz die nächste Anwartschaft auf denselben hatte und ihn über kurz oder lang tatsächlich besteigen mußte. Und Gregor war weder politischer Freund des Petrus noch auch Anhänger
105o 05- ToNXNOI TGv S S26ry Es bnooo,. Sehr bezeichnend sind auch die can. 7. 8. 20 Sard.(Lauchert, Kanones S. 55 f. 58 f. 60 ff.), welche, die Selbstäündigkeit und Unabhängigkeit der Bischöfe zu wahren, denselben den Besuch des kaiserlichen Hofes zu beschränken suchten.
²) Sokr. II 7. Sozom. III 4. Lichtenstein, Eusebius S. 8 ff. 68 ff. 85 ff. ³) Vgl. darüber Lübeck a. a. O. S. 101 f. 134 ftf. 162 f. ) Herzog-Hauck a. a. O. VS 577 fi. Kirchen-Lex. IV ⁴ 960 f.


