Mehr als Damasus konnte Petrus von Alexandrien für Paulinus tun. Nicht nur, daß er ihm räumlich näher und über alle Vorgänge im Oriente besser unterrichtet war, daß er die Absichten seiner Gegner besser zu durchschauen und zu durchqueren vermochte,— seit dem Tage, an welchem ihm Dorotheus vor dem römischen Bischofe so ungebührlich entgegen- getreten war, stand er auch innerlich Meletius entschieden schroffer gegenüber. Zwar hatte Basilius in einem Briefe an ihn das Benehmen des Presbyters bedauert und ihn zu friedlichem
I. c. nicht von Paulinus selbst abgelehnt, sondern dναιηι⁴ιττνν τ‿έν τα ILaονινοο μμ˙οννιννιν Was aber Sokr. und Soz. über ein Abkommen mit den event. Bischofskandidaten zu berichten wissen, gehört(trotz Hefele, Conciliengeschichte II2 7, Rauschen S. 35 Anm. 10, Grütz- macher S. 177 Anmerk. 2 u. A.) ins Reich der Legende; vergl. Rade S. 119 ff. Cavallera 232 ss.— Letzterer lässt(p. 215 s.) den Meletius im Februar 381 seinen Vorschlag machen, damals, als der General Sapor nach Antiochien kam, um das Edikt des Kaisers Theodosius vom 10. Januar zur Ausführung zu bringen. Er folgt hier Theodoret. V. 2. 3. Aber dieser ist a. a. O. höchst ungenau. Wie schon Tillemont(Histoire des emp. Venise 1732. V 728 s. note 7) bemerkt hat, vermengt er hier drei Gesetze: das des Gratian vom Ende 377 oder Anfang 378, welches die exilierten Bischöfe zuriickrief(Ruf. II 13. Oros. VII 33, 12. Sokr. IV 35. Soz. VI 36), das des Theodosius vom 28. Febr. 380(Cod. Theod. XVI 1, 2), welches den Glauben des Damasus von Rom und des Petrus von Alexandrien als Norm erklärte, und das des Theodosius vom 10. Jan. 381(Cod. Theod. XVI 5, 6; Just. I 1, 2), welches den Ortho- doxen die Kirchen zusprach. Die Sendung Sapors ist allerdings ins Jahr 381 zu verweisen (Ifland a. a. O. S. 102 Anm. 27); aber wie, wenn Theod. das Anerbieten des Meletius mit dem Gesetze Gratians von 377(378) in Verbindung bringen wollte und dabei irrtümlicherweise den Sapor erwähnte? Da er ausdriücklich Gratian(nicht Theodosius) nennt, so ist des Mele- tius Vorschlag wohl eher ins Jahr 378 zu setzen. Dahin verlegen ihn auch Sokr. 1. c. und Soz. l. c. Ersterer sagt:(M⸗=kiοςο) ³1⁶ν εα Avub †² Mν, 244' hs Iarvo dn Tnurd? 5ora. Eob⸗ 65⸗ r4?=s 0i 0 1, Sei=yon SO5ODJv 2iHevo 35„5b767 Jven Iaki?—p do- Ms).? 2k. Letzterer bemerkt: Ev 52 0 6=, 201 Mek=ioo 22,Aà T05Tov To v6HO 2.Nvo ale Avuezslay re Toias... 01 Py, 35vPovov 2605(IIaoki?o)[ey4at MJo, 7io. Auf das Jahr 378 bringt uns auch folgende Erwägung: die Angaben Theodorets sind in sich sehr wenig wahrscheinlich. Derjenige der drei- Bischöfe sollte(entsprechend den beiden kaiserlichen Edikten v. 28. Febr. 380 u. 10. Jan. 381) die Kirchen Antiochiens erhalten, der Kirchengemeinschaft mit Damasus v. Rom nachzuweisen vermochte. Darüber wird nun nach Theod. eine Untersuchung angestellt. Eine solche brauchte aber gar nicht stattzufinden; denn es war doch weltbekannt, dass Paulinus allein mit Rom in Freundschaft und Gemeinschaft lebte, während Meletius die Anerkennung des Abend- landes im J. 381 noch nicht gefunden hatte. Wenn Sapor aber doch die Untersuchung anstellte — wir haben wohl keinen Grund, hier Theod. zu misstrauen,— dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass er auf alle Fälle Paulinus übergehen und Meletius zum kirchlichen Herrn von Antiochien machen wollte. Dieses Bemühen beweist, dass Sapor nicht selbständig und objektiv handelte, sondern nach dem ausgesprochenen Willen des Kaisers(so auch Harnack, Dogmengesch. II 262 Anm. 1). Bei letzterem, der anfänglich auf der alexandrinisch-römischen und damit paulinischen Seite stand(s. u.), hatte sich also bereits ein Gesinnungswechsel zu- gunsten des Meletius vollzogen(vgl. Hefele im Kirchen-Lex. VIII 1231 f.). In dem Augen- blicke nun, in dem Meletius die Kirchen Antiochiens zugesprochen bekommen und damit endlich über Paulinus gesiegt hatte,— da sollte er das erwühnte Anerbieten gemacht haben?


