Aufsatz 
Die Weihe des Kynikers Maximus zum Bischof von Konstantinopel in ihrer Veranlassung dargestellt / von Konrad Lübeck
Entstehung
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gleichen Münze heim und bezeichnete in Gegenwart des Damasus dem Dorotheus gegenüber den Meletius(nebst seinem Freunde und Anhänger Eusebius von Samosata) geradezu als Arianer. Darob große Erregung auch bei Dorotheus und heftige, ungeziemende Worte, welche die Würde und Stellung des alexandrinischen Bischofs derartig verletzten, daß dieser sich veranlaßt sah, in einem Briefe an Basilius über das Benehmen seines Gesandten Beschwerde zu führen. ¹)

Weiteres über den Verlauf der Verhandlungen zwischen Damasus und den Orientalen ist uns nicht bekannt. Nur ihren Ausgang kennen wir noch. Auf einer Synode, welche im Jahre 377 in Rom statthatte, kam man Basilius und den Meletianern insofern entgegen, daß man den Apollinarismus verwarf. ²2, Zu einer Verurteilung Marcells von Ancyra(und damit des Paulinus) ließen sich Damasus und Petrus, welche auf dem Konzile anwesend waren, nicht herbei: die orientalische Politik von Rom und Alexandrien zeigte sich energisch gewillt, Paulinus und seiner Partei die Oberhand zu verschaffen.

Lange nach dieser Synode blieb Petrus nicht mehr in Rom. Wahrscheinlich ermuntert durch die Verlegenheiten des Kaisers Valens im Gotenkriege, ³) kehrte er noch zu dessen Leb- zeiten im Janre 378 in seine Bischofsstadt zurück, versehen mit einem Bestätigungsbriefe des römischen Papstes.¹) Sein Gegenbischof Lucius war aus Alexandrien vertrieben worden. 5) Das Morgenrot einer besseren Zukunft schien seit der Thronbesteigung des Theodosius(19. Januar 379) heraufzuziehen, der orthodoxe Glaube neuen Triumphen entgegenzugehen. Die exilierten Bischöfe kehrten aus ihrer Verbannung zurück) und entfalteten allenthalben eine eifrige Tätig- keit zugunsten ihres bisher so schmählich unterdrückten nicänischen Bekenntnisses. Den Sekten war durch ein kaiserliches Gesetz) jegliche Duldung und Religionsfreiheit entzogen, dem Wirken der orthodoxen Bischöfe aber damit ein großes und freies Feld geschaffen worden.

Unter den aus dem Exile zurückgekehrten Bischöfen befand sich auch Meletius von Antiochien. Als Valens 365 seine Verfolgung der Orthodoxie begann, hatte er nach Armenien wandern müssen, indes sein Gegner Paulinus bei seiner kleinen Gemeinde zurückbleiben durfte. Im Jahre 367 zurückgekehrt, mußte er Ende 371 oder Anfang 372 abermals in die Verbannung ziehen und seine schwergeprüfte Herde sich selbst überlassen.¹) Jetzt(378) hatte ihn ein Edikt

¹) Basil. ep. 266. Langen a. a. O. S. 526 legt den Streit ohne Grund vor eine römische Synode des Jahres 374.

²) Sozom. h. e. VI 25 bemerkt: rοε ειτ ενμμ⁴αο ν aAle, ri20o-, 2at IIE 5 A=Saiae, 3976305 T=voevn v Pdp,(x'i Arokwxειοο aιεο) doTHia, e o Eeennsia, oneieo. Vgl. auch Va les. Annot. in h. l. sowie Rufin. II 20.

³) H. Richter, Das weströmische Reich besonders unter den Kaisern Gratian, Valentinian II. und Maximus(Berlin 1865) S. 493.

*) Sozom. VI 39. Valens starb am 9. Aug. 378.

⁵³) Sokr. IV 37. Sozom. l. c. Nach Hieronymus(de vir. illustr. c. 118) wurde Lucius von K. Theo-

1 dosius(wohl am Anfange seiner Regierung) aus Alexandrien vertrieben.

²) Infolge eines Gesetzes Gratians von Ende 377 oder Anfang 378; vgl. Sokr. IV 35. Sozom. VI 36. Rufin. II 13. Oros. VII 33, 12. Dazu Rauschen S. 29.

²) Vgl. das Gesetz Gratians vom 3. Aug. 379(Cod. Theod. XVI 5, 5; Cod. Just. 1 5, 2).

8) Sokr. IV 2. Sozom. VI 7. Theod. IV 13. Loofs S. 45..