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hauptſächlich Peſtalozzi klar dargethan hat, ſind die beſchreibenden Naturwiſſenſchaften(Zoologie, Botauik, Mineralogie) auf den unteren Gymnaſial⸗Klaſſen und ſchon in der Volksſchule unentbehr⸗ lich. Auch vermögen die Naturwiſſenſchaften bei ungenügendem Sprachunterricht einigermaßen die mangelnde Induttion in der Ausbildung zu erſetzen. Bei idealer Auffaſſung kann dieſe Disciplin aber einen weit höheren Werth für die Erziehung gewinnen, als ſie gegenwärtig gemeiniglich hat. Denn keine Wiſſenſchaft ſteht der Religion mit ihren geheiligten Lehren näher, als die von der Natur, welche die Schöpfungen Gottes zu ihrem unmittelbaren Objekt macht; keine iſt geeigneter, durch Darſtellung der wunderbaren Weisheit und Harmonie, welche dem Menſchen im Weltall ent⸗ gegentreten, das Herz des Zöglings in begeiſtertem Aufſchwung zu ſeinem Urheber und ſeinem Ziel aufzurichten. Selbſt für den mit der Noth des Daſeins Ringenden wird die Empfindung und der Genuß der erhabenen Schönheit, welche ſich über alle Werke Gottes ausbreitet, eine unverſiegbare Quelle reiner Freuden bilden und im Leiden ein Troſt und eine Stütze ſein. Die Fortſchritte in den ſogenannten lehrenden Naturwiſſenſchaften, welche zwar mit Recht das Menſchengeſchlecht ſtolz machen können, dienen dagegen eher beſonderen Zwecken, als der allgemeinen Ausbildung, und müſſen daher einer eigentlich gelehrten Erziehung vorbehalten werden.
Es iſt ſchon bemerkt worden, daß in Folge der Einheit unſerer Seele der wiſſenſchaftliche Bildungsſtoff das Gemüth ebenſowohl als den Verſtand anregt. Zur eigentlichen Bildung der Ge⸗ fühle dienen indeſſen vorzugsweiſe die ſogenannten ſchönen Künſte, welche denſelben größtentheils ihren Urſprung verdanken. Für das Ziel der Schule können von dieſen jedoch nur Dichtkunſt und nebenbei Muſik und Zeichnen in Betracht kommen; die mangelnde Sculptur erſetzen am Beſten ge⸗ lungene Abbildungen oder Modelle von Völtkertrachten, Tempeln, Kirchen, Paläſten und ſonſtigen Denkmälern, welche der Lehrer mit gutem Erfolge beim Geſchichtsunterricht benutzt, und die denſelben erſt recht beleben. Das Zeichnen fördert außer dem Sinn für ſchöne Form auch die Beobachtung. Wichtiger aber iſt für den Zweck der Erziehung der Muſik⸗, beſonders der Geſangunterricht. Paſſende Lieder, am beſten feierliche Choräle, bilden die Phantaſie, die Gefühle und die Sitten in ange⸗ meſſener Weiſe und rufen bei den Zöglingen die anzuſtrebende feſte, heitere und milde Gemüths⸗ ſtimmung hervor.
Die angegebenen Unterrichtszweige in ihrer Geſammtheit und Einheit bilden das unerläßliche, aber auch völlig ausreichende Bildungsmaterial für den aufſtrebenden Geiſt. In allen Fällen ſoll der Unterricht ſich nur auf das Nothwendige, womöglich nur auf das Geſetzmäßige beſchränken. Alles, was aus dem Rahmen des pſychologiſch Geforderten heraustritt und keinen wirklichen Werth für die Erziehung beſitzt, iſt von der Verwendung in der Schule auszuſchließen. Eine auf alle mög⸗ lichen Disciplinen gerichtete geiſtige Dreſſur, der ſelbſt von gewiegten Pädagogen das Wort geredet wurde, kann nur von dem allergrößten Nachtheil für wahre Geiſteskultur ſein.— Die alte päda⸗ gogiſche Regel:„Non multa, sed multum“ beruht auf pſychologiſcher Grundlage und wird auf immer ihre Gültigkeit bewahren.
E. Spezielle Methodilt nach den Jorderungen der Pfychologie.
Die Nutzanwendung der entwickelten pſychologiſchen Grundſätze und Erziehungsmittel Behufs der richtigen Behandlung und Ausbildung der einzelnen Geiſtesanlagen des Zöglings bilden den Gegenſtand der Methodik. Dieſer Zweig der Pädagogik, ſtatt ſich genau nach den Reſultaten der Seelenlehre zu richten, baſirte gleichfalls in früheren Jahren vorzugsweiſe auf der Autorität ge⸗


