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danke ausdrückt, liefern nächſt der Mathematik den geeignetſten Stoff zur Bildung der Verſtandes⸗ und Vernunftthätigkeiten des Zöglings. Die Literaturgeſchichte und der Inhalt der Claſſiker bilden das Herz, ſei es, daß ſie durch Darſtellung vollkommener Ideen die äſthetiſchen und moraliſchen Gefühle begeiſtern, oder daß ſie den Willen zum Guten und Edlen beſtimmen. Es iſt deshalb auch unumgänglich nöthig, daß das Leben des Schriftſtellers nicht getödtet wird, „um an ſeinem Leichnam ſprachliche Secirübungen anſtellen zu können.“ 1n
Grammatik, Syntax, Synonymik und Aufſatz bieten nicht allein eine ſtete Gelegenheit zur Anwendung und Einübung der Geſetze des logiſchen Denkens, ſondern geben auch Anregung zu einer erſprießlichen Selbſtthätigkeit des Zöglings, welche bald bei demſelben eine gewiſſe geiſtige Selbſtſtändigkeit mit allen ihren erfreulichen Folgen für das Leben hervorruft.
Die Wirkung der Mutterſprache auf die geiſtigen Vermögen wird durch Unterweiſung in an⸗ gemeſſenen, fremden Sprachen noch ungemein verſtärkt; dieſelben ſind alſo für die höhere Erziehung ganz unerſetzlich. Die Berührung mit einem dem nationalen völlig fremden Leben und die Be⸗ ſchäftigung mit den Geiſtesproducten räumlich oder zeitlich entfernter Völker geben den Ideen und Anſchauungen der Schüler eine ungeahnte Ausdehnung, indem ſie den Einblick in ganz neue Welten geſtatten und ganz neue Seiten des Seelenlebens enthüllen.
Beſonders erhält auch das Sprachvermögen mit allen ſeinen unmittekbaren und mittelbaren Einwirkungen auf die anderen Kräfte eine bedeutende Stärkung, wenn der Zögling ſich kunſtgemäß und regelrecht in fremden Idiomen bewegen lernt.
An das Sprachſtudium reiht ſich aus manchen Gründen naturgemäß das wichtige Studium der Geſchichte. Wenige Disciplinen haben eine größere Bedeutung für die allgemeine Bildung, als dieſe, keine bereitet beſſer für das Leben vor. Die Geſchichte kann jedoch die ganze ihr innewohnende, bildende Kraft nur entfalten, wenn ſie in idealer Auffaſſung von einem wiſſenſchaftlichen Lehrer und in Harmonie mit der Religion und den Sprachen gelehrt wird. In Folge der Darſtellung zu⸗ ſammengeſetzter Verhältniſſe, ſowie des fortwährenden Hervortretens des Cauſalnexus bietet die Ge⸗ ſchichte ein vorzügliches Förderungsmittel der Gedankenthätigkeit. Wie veredelnd außerdem die Bio⸗ graphien großer Männer und die Heldenthaten ganzer Völker auf die Gefühle und die Kräftigung des Willens wirken, bedarf keiner Erörternng.
Es iſt aber bereits erwähnt worden, daß der Geſchichtsunterricht ſeine eigentliche Weihe erſt. durch Verbindung mit dem Religionsunterricht erhält. Der Lehrer wird deshalb den Unterricht ſo viel als möglich pragmatiſch ertheilen und das Walten der Vorſehung in dem Geſchick der Völker, d. h. den Triumph des Guten und die ſchließliche Niederlage des Böſen, wo immer es mit Berechtigung ge⸗ ſchehen kann, in ſcharfen Zügen hervortreten laſſen.
Die Kenntniß der Außenwelt umfaßt die der Quantitäten und Qualitäten. In dieſer Hin⸗ ſicht zerfallen demnach die betreffenden Wiſſenſchaften in mathematiſche und in naturhiſtoriſche(lehrende und beſchreibende). Die Mathematik als formaler Bildungsſtoff iſt für die Entwickelung der Verſtandes⸗ thätigkeiten, ſowie für die combinirende Phantaſie von höchſtem Werth, doch wirkt Mangel an Intereſſe Seitens der Schüler bei dem Unterricht oft nachtheilig ein. Dem Kreiſe der niederen Erziehung, alſo der Volksſchule, gehört von den mathematiſchen Disciplinen im Allgemeinen nur das Rechnen oder die Arithmetik an, die übrigens auch der weiteren Fortbildung als Grundlage dient.
Für die Entwickelung und Stärkung der Wahrnehmung und Anſchauung, deren Bedeutung


