Aufsatz 
Die Regierungsschulen in den deutschen Schutzgebieten
Entstehung
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18. Oktober 1897 die Schule eröffnete. Da er das Tropenklima nicht vertragen konnte, kehrte er schon im April 1898 in die Heimat zurück. Er ist jetzt Lehrer in Charlottenburg.

6) G. Fischer, geb. 9. Februar 1872 in Neckar-Westheim in Württemberg(Ober- amt Besigheim). Er wurde im Seminar zu Nürtingen vorgebildet und war 3 Jahre lang als Hilfslehrer seines Vaters an der dreiklassigen Volksschule in Gemmrigheim(Oberamt Besigheim) thätig, wurde im August 1894 an die Real-Lateinschule des Missionsknabenhauses in Basel berufen, trat nach 3 ¾4 jähriger Lehrthätigkeit an dieser Anstalt in den württembergischen Volksschuldienst zurück und wirkte ¼ Jahr lang als Unterlehrer in Geisslingen a. d. Steige. Am 30. Juli 1898 ernannte ihn das Auswärtige Amt in Berlin zum Regierungslehrer in Kamerun.

II. Togo.

7) Karl Köbele, geb. 1868 zu Balingen in Württemberg. Nach dem Besuche der Präparanden-Anstalt und des Seminars zu Nagold wirkte er, nachdem er die Staatsprüfung bestanden hatte, einige Zeit am Seminar zu Nagold, hielt sich dann eine Zeit lang in Mexico auf und wurde im Herbst 1891 zum Leiter der Togoer Regierungsschule berufen. Verheiratet war er mit der jüngsten Schwester des Regierungslehrers Christaller. Er starb am gelben Fieber am 11. Mai 1896. Eine Ephe-Fibel wurde von ihm verfasst.

8) S. Walter, geb. 1870 zu Wilhelmsdorf in Württemberg. Er besuchte zuerst die Lateinschule in Kornthal und dann das Knabeninstitut in Wilhelmsdorf, absolvierte die Präparandenschule in Esslingen und zuletzt das Seminar in Nürtingen. Nachdem er einige Zeit als Sprachlehrer am Wilhelmsdorfer Knabeninstitut gewirkt hatte, trat er im Juli 1894 in den Dienst der deutschen Kolonial-Regierung und war zuerst in Kamerun und dann in Togo thätig. Er schrieb ein Rechenbuch und eine deutsche Grammatik mit Wörterbuch in der Aneho-Mundart.*

III. Ost-Afrika. A. Tanga.

9) Dr. Chr. G. Barth, geb. am 11. April 1868 zu Zell bei Esslingen, erhielt seine pädagogische Ausbildung von 18821887 auf dem Seminar zu Esslingen und wirkte nach bestandener Prüfung als Lehrer in Stuttgart, Creglingen, Ulm und Friedrichshafen am Bodensee. Auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft wurde er im Herbst 1892 zur Errichtung einer Schule nach Tanga geschickt, nachdem er die dazu nötige Vorbildung auf dem Orientalischen Seminar in Berlin 2 Semester lang erhalten und einen Kursus auf der Deutschen Seewarte zu Hamburg behufs UÜbernahme einer meteorologischen Station mitgemacht hatte. Nach Ablauf seines Kontraktes kehrte er im November 1894 in die Heimat zurück, studierte 2 Semester in Jena, ging dann auf die Universität Leipzig, wo er 1897 promovierte. Er ist jetzt Lehrer an der Mädchen-Mittelschule I zu Stuttgart. Er schrieb die erste Swahili-Fibel (Chuo cha kwanza).*

10) Julius Gilcher, geb. am 7. März 1875 zu St. Julian in der bayerischen Pfalz, kam am 11. Dezember 1893 als Vermessungsgehilfe in Deutsch-Ostafrika an, versah vom 1. Dezember 1894 bis 3. April 1895 die Lehrerstelle in Tanga, war von da ab bei der wissen- schaftlichen Kilimandscharo-Expedition thätig, schied aber im Mai 1896 aus. Er hatte eine Präparandenschule und ein Lehrerseminar besucht, ein Examen aber nicht gemacht.

11) Paul Blank, geb. 1871 zu Berlin. Nach dem Besuche der Oberrealschule in Berlin trat er im Jahre 1889 in das dortige Seminar ein, das er 1892 verliess, um bis zum Jahre 1894 als Lehrer im Vorort Rixdorf zu wirken. Ostern 1894 besuchte er ein Jahr lang das Orientalische Seminar in Berlin, auf dem er sich hauptsächlich dem Studium des Swahili und des Gujerati widmete. Am 3. April 1895 übernahm er die Stelle eines Re- gierungslehrers in Tanga. Von Oktober 1897 bis Mai 1898 war er beurlaubt. Während dieser Zeit war Heinrich Schröder sein Vertreter. Er arbeitete die Barth'sche Fibel um, gab mit Rutz ein Swahili-Lesebuch heraus und ist jetzt im Begriffe, ein Rechenbuch für die ost- afrikanischen Regierungsschulen erscheinen zu lassen, das auch eingekleidete Aufgaben enthält.

* Vgl. S. 14.