Aufsatz 
Die Regierungsschulen in den deutschen Schutzgebieten
Entstehung
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Schülern seiner Anstalt eine ähnliche Sammlung von Büchern veranstaltet, um sie der Re- gierungsschule zu Viktoria zu übermitteln, die uns gebeten hat, ihr gleichfalls bei der An- legung einer Schülerbibliothek behilflich zu sein. In dem Berichte über die Kameruner Schule vom Jahre 1895/96 findet sich die Bemerkung, dass eine Schülerbibliothek angelegt werden sollte. Ob dies geschehen ist, wissen wir leider nicht.(Vgl. Vorwort.)

Hinsichtlich der äusseren Beschaffenheit und der inneren Einrichtung der Schul- gebäude lässt sich in Anbetracht dessen, dass die Regierungsschulen erst im Anfangs- stadium der Entwickelung begriffen sind, leicht denken, dass sie den Anforderungen nicht ent- sprechen, die wir vornehmlich in hygienischer Beziehung an solche Anstalten zu stellen berechtigt sind. Vor allem lassen die Lichtverhältnisse der Schulzimmer viel zu wünschen übrig. So fällt bei der Mehrzahl der Schulhäuser das Licht von der falschen Seite ein. In der Schule zu Viktoria lassen die 6 Fenster des einen Schulzimmers es sogar von rechts, links und noch von rückwärts eindringen. Das Schulgebäude in Dar-es-Salam ent- spricht in keiner Weise seinem Zweck, weshalb auch schon seit einiger Zeit die dortige Be- hörde beabsichtigt, ein neues Schulhaus zu errichten. Das bestehende hat 3 Räume: 1) einen grösseren Schulraum für die 3 ersten Klassen; 2) für die beiden unteren Klassen ein kleineres dunkleres Zimmer mit nur einem Fenster, das noch dazu in einen anderen Raum führt; 3) einen grossen Raum, der in zwei von einander getrennte Teile zerfällt, nämlich in den für die Alumnatschüler bestimmten Schlafraum mit Wellblechbedachung und in den Aufent- haltsraum der Alumnatschüler, wo diese zu spielen oder ihre Kleider zu waschen pflegen. Das Schulgebäude der Togoer Regierungsschule ist 2stöckig. Im oberen Stocke befindet sich die Wohnung des Regierungslehrers, im unteren sind die beiden Schulräume, das Wohnzimmer des Unterlehrers und ein Vorratsraum mit Schränken und Gestellen für die Bücher der Schüler. Das Schulhaus in Viktoria ist aus Wellblech gebaut und ruht auf 30 etwa 2 Meter hohen Cementpfeilern; rings um das Haus herum läuft eine überdachte Veranda. UÜber die ungenügenden Raumverhältnisse der Kameruner Schule wird in mehreren Berichten bitter geklagt und auf die Notwendigkeit eines weiteren Schulraumes dringend hingewiesen. Auch das Schulgebäude in Tanga entspricht seit der bedeutenden Zunahme der Schülerzahl durch- aus nicht mehr den Anforderungen, obwohl noch ein für Schulzwecke geeignetes Nachbarhaus

für 14 Rupien monatlich gemietet wurde, in dessen Erdgeschoss man 2 Klassenzimmer einrichtete. Bis zum 14. Mai 1895 war die Regierungsschule zu Tanga in einem recht pri- mitiven Wellblechhause untergebracht, dessen Bedachung aus Makuti(Palmblatt) bestand. An diesem Tage wurde das jetzige Schulhaus eingeweiht, das 1897 durch einen Neubau erweitert und am 1. Januar 1898 neu bezogen wurde. Es ist massiv gebaut, besteht aus 2 Stockwerken und hat Kalkverputz und Wellblechbedachung. Der obere Stock enthält Wohnungen für den Regierungslehrer und für 2 andere Gouvernementsbeamte. Im Erdgeschoss liegen 3 Schulräume, von denen der eineunendlich lang und sehr schmal ist, sodass der Lehrer beim Unterrichten seine Stimme über Gebühr anstrengen muss. Die beiden anderen Zimmer sind dagegen für die jetzigen Verhältnisse viel zu klein, da sie nur für 25 bis 30 Schüler Raum gewühren. Wegen der beschränkten Schulräumlichkeiten muss bei der hohen Schülerzahl die Lehrzeit für die einzelnen Klassen sehr vermindert werden, was für die Dauer auf die Unterrichtserfolge nur nachteilig einwirken kann. In Anbetracht dieser Verhältnisse ist der Bau eines grossen einheitlichen Schulhausesine unumgängliche Notwendigkeit. Leider stehen der Gemeinde Tanga sowie dem Kaiserlichen Gouvernement zu diesem Zwecke gar keine Mittel zur Verfügung. Unsere Kolonialregierung würde sich um die Regierungsschulen ein grosses Verdienst erwerben, wenn sie ihnen allen recht bald geeignetere Schulhäuser errichtete.

Der Beginn des Schuljahres findet in der Regel Anfang oder Mitte Mai und der Schluss gegen Ende April statt. In Tanga werden in Zukunft halbjährige Kurse eingeführt, die so gelegt werden, dass mit Weihnachten und mit Pfingsten Semesterschluss eintritt. Es werden dann an den beiden Terminen je 4 Wochen Ferien gegeben, also im ganzen Jahre 8 Wochen. An der Togoer Regierungsschule bestehen im ganzen 7 Wochen Ferien. Um die Nachteile der Regenzeit für den Schulbesuch soviel wie möglich zu beseitigen, wurden seit dem Schuljahre 1897/98 22 Tage Ferien im Mai und 18 Tage im September angesetzt, die 9 tägigen Weihnachtsferien dagegen nicht geändert. In Viktoria umfassen die Frühjahrs- und die Herbst- ferien je 14 Tage(im April und September, bezw. Oktober) und die Weihnachtsferien 3 Wochen. In Dar-es-Salam hat Regierungslehrer Domet, wie er uns am 2. November v. J. mitteilte, seit