Aufsatz 
Experimentelle magnetische Untersuchungen / von L. Külp
Entstehung
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tragen hier noch 32% der unipolaren Maximaltragkraft, auch sind weiter die vorgekommenen Stärkungen in den Tragkräften nicht von der Art, dass die unipolare Maximaltragkraft wieder erreicht wird.

Die bestehenden Uebereinstimmungen in den Veränderungen der Tragkräfte bei den ver-

schiedenen Abfällen des Ankers bei bipolarer und unipolarer Wirkung gehen aus den Versuchstabellen ganz deutlich hervor, und bedürfen desshalb keiner weiteren Erwühnung.

Dritter Abschnitt.

a) Ueber die Darstellung astatischer Nadelpaare.

Das zastatische Nadelpaar- besteht aus zwei kleinen Ersatzmagneten⸗(Magnetnadeln von gleicher Richtkraft), die mit einander fest mit entgegengesetzter Richtung der Pole verbunden, und an einem Coconfaden gemeinschaftlich aufgehangen werden. Ein solches Nadelsystem stellt sich senk- recht auf den magnetischen Meridian, und ist der richtenden Kraft des Erdmagnetismus entzogen.

Ueberhaupt ist eine Magnetnadel astatisch, wenn sie nur um eine Axe schwingen kann, welche in der Richtung der Inclination liegt, denn in diesem Falle wirkt die richtende Kraft des Erd- magnetismus in der Richtung der Drehaxe selbst.

Das Galvanometer erlangte erst durch Anwendung astatischer Nadelpaare seine wichtige Be- deutung, und zählt nun zu den physikalischen Apparaten ersten Ranges. Die Darstellung solcher Nadelpaare aber ist mühevoll und zeitraubend. Da ich jedoch oft in die Lage komme, mit dem Galvanometer zu arbeiten, so war die Herstellung astatischer Nadelpaare auch für mich schon lange Gegenstand der Betrachtung gewesen.

Ich verfahre wie folgt. Eine kleine Anzahl stahlharter Nadeln, 5 cm. lang und 1 mm. dick, von gleichen Gewichten wählte ich aus, führte dieselben mittelst eines starken Streichmagneten ihren mag- netischen Sättigungszuständen zu, d. h. in die Zustände der Erregung, wo die bipolaren magnetischen Intensitäten im Maximum vorhanden sind. Eine solche magnetisirte Stahlnadel nahm ich als Normal- nadel an, und prüfte alle übrigen Nadeln durch die magnetische Sättigungsmethode kurzer Stäbe, ob bei allen auch sicher der magnetische Sättigungszustand eingetreten war.

Nachdem der Act des Magnetismus vorüber, schritt ich zur Auswahl der Nadeln. Diejenigen Nadeln, welche ⸗Ersatznadeln⸗ waren, und nach der magnetischen Compensationsmethode in der gleichen Entfernung die durch die Normalnadel abgelenkte Nadel der Bussole wieder auf Null zurück- führten, werden ihrem Zwecke wohl genügen, da bei ihnen Astasie vorhanden sein wird. Weiter wurden nun immer diejenigen Nadeln ausgewählt, welche an magnetischer Intensität nur wenig von einander verschieden waren, die stärkeren Nadeln durch einen kleinen Streichmagneten etwas geschwächt, bis durch die magnetische Compensationsmethode es sich herausstellte, dass sie-Ersatznadeln⸗ waren.

Bei meinen Versuchen konnte ich unter 10 Nadeln wenigstens zwei Nadelsysteme sogleich zu- sammensetzen, bei denen Astasie vorhanden, doch sind die Fälle, wo die Nadeln an magnetischer Intensität nicht weit von einander verschieden sind, häufiger.