Aufsatz 
Experimentelle magnetische Untersuchungen / von L. Külp
Entstehung
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Die kleinen Unterschiede in den bipolaren magnetischen Intensitäten der erregten Magnetismen rühren lediglich nur von kleinen Verschiedenheiten in der Qualität der Materie her. Auch wählte ich nicht allein desshalb stahlharte Nadeln, weil sie am stärksten magnetisch erregt werden können, sondern mehr aus dem Grunde, weil der Magnetismus bei solchen Nadeln eine ziemlich lange Zeitperiode hin- durch stationär bleibt, was sich bei meinen Versuchen über die Erregung des Magnetismus verschiedener Stahlhärten herausstellte. Für eine passende Aufhängevorrichtung an dem Multiplicator, wodurch das Aufhängen des Nadelsystem's leicht vorgenommen werden kann, ist stets Sorge zu tragen.

Ist mit einem solchen astatischen Nadelsysteme längere Zeit experimentirt worden, so ist die Astasie nicht mehr wie ursprünglich vorhanden.

Bei einem solchen Nadelpaare, mit dem schon über 4 Monate lang mit Unterbrechung gearbeitet wurde, war bis jetzt immer noch Astasie vorhanden. Man muss daher bei geschwächter Astasie ein neues Paar auswählen, oder im andern Falle die Nadeln von Neuem magnetisiren.

Denn nur in dem Falle, wenn keine Differenz in den erregten bipolaren magnetischen Intensi-

täten m, und ma vorhanden, wenn: Im, m.= 0,

wird Astasie da sein; im andern Falle dagegen, wenn die erregten bipolaren magnetischen Intensitäten

ungleich, wenn: m. Im. 1 2

ist, wird das Nadelsystem alsdann die Lage des magnetischen Meridians erreichen, wenn der Unter- schied in den erregten bipolaren magnetischen Intensitäten eine bestimmte Grösse- erlangt haben wird.

b) Eine Beigabe über den entgegengesetzten Anstoss magnetischer Intensitäten.

Oben habe ich erwähnt, dass die Stärkung einer schwachen magnetischen Intensität beim ent- gegengesetzten Anstosse durch eine stärkere magnetische Intensität um so bedeutender ausfiele, je ver- schiedener die vorhandenen magnetischen Intensitäten sind, welche zum Anstosse gelangen. Solches durch eine Reihe von Versuchen bestimmter nachzuweisen, ist der Zweck dieses Kapitels.

Die Normallamelle von der Intensität m und die andern stahlharten Lamellen waren 80 mm. lang, 17 mm. breit und 6 mm. dick; erstere lag stets in der Entfernung 10 cm. von der Bussole, und lenkte ihre Nadel um 23⁰° ab. Von zwei Lamellen wurde die eine magnetisch gesättigt, und behielt auch während der Versuche ihre Intensität immer bei, die andere Lamelle dagegen wurde nach und nach in verschiedene Zustände der magnetischen Erregung versetzt, und bei einem jeden solchen Zustande mit der gesättigten magnetischen Intensität zum Anstosse gebracht. Nach dem Trennen wurden von Neuem die vorhandenen Intensitäten gemessen, d. h. mit der constant gebliebenen Intensität m der Normallamelle wieder verglichen, und die Gewinne in Procenten der ursprünglich vorhandenen Intensitäten ansgedrückt. Meine erhaltenen Resultate habe ich in Tabelle M übersichtlich zusammengestellt.