Aufsatz 
Rostands Princesse Lointaine als Schullektüre
Entstehung
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das Original zurückgegriffen. Man weiss, dass dies der Schrift- stellername ist, den sich Marie Henri Beyle aus Grenoble (1783 1843) beilegte; weniger bekannt ist, dass der Geburtsort des von dem Dichter hochverehrten Kunsthistorikers J. J. Winckel- mann(geb. in Stendal 1717) ihm Anlass zu dem Pseudonym ge- geben hat. In dem gerade neuerdings oft genannten BuchDe l'Amour, das Stendhals Vorzüge: den blendenden Stil, den über- legenen, pikanten Humor, aber auch seine Fehler: den Mangel an Einheitlichkeit und sittlichem Ernst, deutlich zeigt, und dessen erste Auflage 1822 erschien, ist alsFragment CLXIII(170 Fragmente sind's) Rudels Geschichte wiedergegeben mit dem Vermerk:Traduit d'un manuscrit provengçal du treizième siècle. Ob die erste Auflage dieses Stück schon aufwies, kann ich nicht sagen, da mir nur die(4.2) Auflage von 1859(Paris, M. Lévy: Seule édition complète augmentée de préfaces et de fragments entièrement inédits) erreichbar war.

Stendhal ist am 23. März 1842 gestorben.¹)Im Julius 1843 schrieb der 70jährige Ludwig Tieck(1773 1853) dieNachrede zu seinem JugendromanFranz Sternbalds Wan- derungen.*²) Unvollendet, wie dieses Werk 1798 geblieben war, übergab er es auch diesmal dem Publikum, nur mit wenigen Worten den Plan der Fortsetzung und des Schlusses andeutend. Von Veräânderungen, die er mit dem Roman vorgenommen, spricht er an dieser Stelle²) nicht; aber im Schlusswort zum XX. Bd. der gesammelten Schriften heisst es:Dem Sternbald habe ich aber auch in späteren Jahren einige Scenen hinzugefügt, die das Ganze mehr abrunden und manche Episode herbeiführen sollten. Zu den umfangreichsten Einschiebseln gehört die Erzählung von J. Rudel und der Gräfin von Tripolis. Tieck flicht sie in eine Geschichte ein, die ein Reisegefährte des Helden Franz Sternbald, Rudolph Florestan, gelegentlich einer Bootfahrt auf einem nieder- ländischen Kanal erzählt.

¹) Die(3.) Vorrede zum Buch l)e l'Amour vollendete Beyle am 15. III. 1842; sie ist also wahrscheinlich das letzte, was er geschrieben hat.

²) Franz Sternbalds Wanderungen. Eine altdeutsche Geschichte, heraus- fagsben von Ludwig Tieck. Zwei Teile. Berlin bei Johann Friedrich Unger 798. Darnach abgedruckt in Kürschners National-Literatur. Bd. 145 S. 111 407.(Herausgeber Jak. Minor). Ludwig Tiecks Schriften XVI. Bd. Berlin, Reimer 1843.

¹) Schriften XVI, 415.