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gefeierte, in Liedern mit allen Reizen geschmückte Dame schliess- lich einer vergangenen Generation angehörte?
„Könnte nach all diesem“, so fragt Carducci am Schlusse seines oben(S. 47) erwähnten Vortrags, obwohl er nur die Dichtungen Leopardis, Uhlands und Heines herangezogen hatte, „könnte wohl noch einmal jemand versuchen, die Erzählung von der Liebe und dem Tode Jaufre Rudels in der Dichtung darzustellen? Vielleicht könnte es, wer für die Geschichte des Mittelalters das Verständnis sowohl wie das künstlerische Empfinden hätte; wer dem dramatischen Hintergrund ein vollendetes und durch- sichtiges musikalisches Relief zu geben wüsste, ohne zu schmeicheln und ohne zu schmücken; wer vor allem die rechte Ehrfurcht hätte vor dem Höôchsten in der Poesie der Liebe. Anmutvoll und in ewiger Jugend geht sie von Jahrhundert zu Jahrhundert; ver- geblich schreien die Sumpfvögel, um sie zu sich hernieder zu ziehen: sie erhebt sich und flüchtet in die Regionen des Adlers und der Morgenröte.“
Ich weiss nicht, ob Edmond Rostand diese Worte Carduccis gelesen; das aber weiss ich, dass sie nicht schöner in die Tat umgesetzt werden konnten als durch das Drama
La Princesse lointaine.


