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Anblick, seine sichtliche Verwirrung, verwirrt sie selbst. Sie fürchtet ein Alleinsein mit ihm und schickt ihn an den Strand. Er soll schen, ob alles bereit ist, ob die Fahrt zum fränkischen Schiff beginnen kann.—
Bertrand ist fortgestürzt. Melissindens Frauen haben den edelsteinbesetzten Mantel und alle Insignien auf ihr Geheiss zum Boot getragen. Nun klagt die Prinzessin der Vertrauten ihr Leid:
„... Wie hätt' ich früher trunknen Sinns Gehört: Dein Träumer kommt zu Dir gefahren! — Nun kommt, nun kommt der unglückliche Prinz, Kommt siegreich aus den schrecklichsten Gefahren, Er kommt— er stirbt!— Und die er hofft zu finden, Die zögert, zaudert, schwankt, ob rechts, ob links, Und sucht sich schmerzensvoll ihm zu entwinden, Weil er zu gut gewählt den Boten!“ Die immer etwas ironische Sorismunde bestätigt: „Allerdings!“ Ja, Melissinde schwankt. Warum soll sie anders sein, wie andere? „Wie viele Seelen sind verzweifelt zwiegespalten!
— Mein Traumgeliebter stirbt für mich— wohlan, Ich lieb', beklage ihn..... und jenen bet' ich an! Zerstückelt ist mein Herz— woran mich halten?“²
Und schliesslich kann sie der Versuchung nicht widerstehen, Bertrand in Versuchung zu führen, seine Freundestreue auf die Probe zu stellen:
„Was täte Bertrand, wüsst' er sich geliebt?“
Bald weiss sie es: Bertrand widersteht ihr nicht. Das letzte, was er noch fürchtet, das einzige, was ihn noch abhält, ihr zu Füssen zu sinken, das ist der Blick durchs Fenster. Da eilt Melissinde auf das Fenster zu, schliesst seine bunten Scheiben rasch und lehnt sich daran:
„ Gut, es ist fort!— Nun hab' ich Dich! Du hast, Was Du begehrt!— Das Fenster? Phantasien! Fort ist's!—— Nun, wie gefällt Dir mein Palast? Hier lass uns wohnen, Düfte uns umkosen...
Nie, niemals, glaub mir, nie lass ich Dich ziehen! — Sichst, spürst Du sie, die heissen, roten Rosen?


