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„Ihr bebt zurück, verwandelt so abscheulich
Den Abgott Eures Traums zu sehn:
Die Augen irr, die Lippen blaäulich,
Die welken Hände feucht, feucht wie bei Fieberkranken. — Sein edles Bild soll edel stehn
Und unentstellt vor Eueren Gedanken.“
Beglückt greift Melissinde nach dieser Auslegung, die so willkommen und doch so einleuchtend den wahren Grund ver- schleiert.
„Und nun mag Ritter Bertrand kommen!“ Er kommt— er darf noch einmal für den Freund flehen. Schwärmerisch beredt erzählt er, wie der Totkranke aufgebrochen, von dem einen Wunsch bescelt, die ferne Geliebte ein einzig Mal zu schauen, und wie der gläubige Idealismus des Sterbenden ihn mitgerissen habe. Und dann schildert er die Fahrt:
„Auf glatten Wogen erst glitt unser Boot,
Sanft schaukelnd ward's entgegen Euch getragen
Und ich, vom Morgen- bis zum Abendrot,
Lernt’, was mein Freund für Euch gesungen, sagen.“ Und weiter:
„Begreifst Du’'s, Frau? Des Todgeweihten Röcheln
Galt Dir— er fuhr entgegen Deinem Lächeln!
O, diese Fahrt! Wir schienen auf dem Mecre
Zu ew'’gem Irr'n verdammte Ahasvere.
Die Flut bestürmt des Schiffleins dünne Planke,
Doch unser sterbender Ulyss,
Er lebte, atmete für Tripolis,
Bis in uns allen flammte der Gedanke!
— Bisweilen klärt es sich— ein Hafen lockt,
Ein blondes Inselchen lädt zum Verweilen.
Er aber will nicht, dass die Reise stockt,
Die Winde weh'n— es gilt zu eilen!“
Und weiter erzählt er in knappen, anschaulichen Worten, wie plötzliche Windstille sie zwingt, zum Ruder zu greifen, wie sie den räuberischen Überfall türkischer Korsaren abschlagen, dann aber von schlimmeren Feinden, von Hunger und Krankheit, über- fallen werden.


