Aufsatz 
Rostands Princesse Lointaine als Schullektüre
Entstehung
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16.

im I. Akt mit den Ruderschlägen verklang, die hören wir nun wieder, ehe wir den Träger schen.

Inzwischen erhebt sich draussen Waffenlärm näher und näher nun schon ganz nah. Auf die leise Mitteilung eines blutüberströmten Sklaven greift der der grüne Ritter zu der mächtigen Streitaxt, verabschiedet sich ritterlich von der Prin- zessin und verlâsst die Halle, deren Tor er verriegelt. Unend- lich dehnen sich den entsetzten Frauen die Minuten, während deren draussen die Waffen klirren. Plötzlich dumpfes Getöse

ein schwerer Fall. Einen Augenblick herrscht Totenstille dann fliegt der Riegel zurück, und in der geöffneten Tür erscheint Bertrand mit Melissindens blutgetränktem Armel.Herr

Ritter! ruft sie ihm entgegen,Ah, was bringt Ihr mir? Was Bertrand bringt, wir wissen's:Ein Lied! Und nun beugt er das Knie und beginnt:

Wer Haare, goldbesonnte u. s. w.

Aber er kommt nicht zu Ende; denn nach der 2. Strophe unterbricht ihn Melissinde lächelnd und fährt zu Bertrands grenzenlosem Erstaunen fort:Denn das ist höchste Liebe u. s. w. Natürlich hält Melissinde den Boten für den Dichter ihren

Dichter selbst. Und Bertrand kann das Missverständnis nicht aufklären, denn er ist verwundet und sinkt ohnmächtig nieder. Den vereinten Bemühungen der Frauen gelingt es,

ihn wieder zu sich zu bringen. Zunächst aber weiss er nicht, was geschehen, hat er seine Sendung vergessen und giebt sich ganz dem gefährlichen Zauber von Melissindens Nähe hin. Plötzlich erinnert und ermannt er sich. Wenn es zu spät wäre? Wenn das schwarze Segel am Mast flatterte? Nein, die Frauen, die ihn zunächst zwar nicht verstehen, können doch versichern, dass wohl draussen ein bauchiges Schifflein liegt, dass aber nur weisse Seevögel den Mast umspielen. O, so ist

Noch nichts verloren!

jubelt Bertrand und fährt inbrünstig fort: Gönn' ihm noch hinieden, Gebenedeite Jungfrau, kurze Frist, Dass er sie schaue in der Todesstunde