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Lilien sind ihre Gefährten, doch fühlt sie selbst, dass ihr be- täubender Duft gefahrlich werden kann. „Ja, sonn'’ger ist, ihr Rosen, eure Welt!“—— Solchen Stimmungen entreisst sie sich gewaltsam:
„Auf, lass uns froh sein! uns die Zeit vertreiben! Mein genues'scher Kaufmann ist bestellt,
Mein Squarciafico! Lustig nur! Ich lasse
Nun manchen langen Tag durch blasser Seiden Phantast'sche Muster meine Finger gleiten,
Bis ich die richt'ge fahle Farbe fasse
Für meine Polster....“
Der grüne Ritter wird gemeldet. Er ist sichtlich in Unruhe und teilt diese den Frauen mit, als er erklärt, Melissindens Ge⸗ lüste nach einer Gondelfahrt im Hafen nicht sofort befriedigen zu können. Die Prinzessin muss erkennen, dass sie im eignen Palast Gefangene ist, ohne zu wissen, warum. Um sie zu zer- streuen und ihr das Demütigende ihrer Lage weniger fühlbar zu machen, denkt sie der Ritter durch den Genuesen auf andere Gedanken bringen zu können. So erscheint denn Squarciafico, der Typus eines geriebenen Geschäftsmanues, und bringt es in einer köstlichen Szene trotz der Anwesenheit des grünen Wächters fertig, Melissinde von der Ankunft eines provenzalischen Ritters zu unterrichten, der um jeden Preis zu ihr dringen wolle. Und schon ertönt sein Horn, schon klingt es näher, und zagend und hoffend zugleich schauen die Frauen vom Fenster die Helden- taten des kühnen Eindringlings. Er ist im Burghof. Er hebt die Augen. Sie begegnen denen Melissindens. Und kaum be- darf es der Aufforderung Sorismundens an die Herrin, zu tun wie im Turnier und dem für sie kämpfenden Ritter den Armel zuzuwerfen. Rasch reisst sie ihn vom Gewand, lehnt sich aus dem Fenster, wirft ihn ihm zu und ruft:
„Herr Ritter, auf! In diesem Zeichen siegt! In blut'gen Scharlach wandelt seine Blässe! — Der weisse Samm't, der Euch zu Füssen liegt, Bringt mir ihn rot zurück!“ Und die Stimme Bertrands antwortet:„Ich schwör's, Prinzesse!“
Das ist ein echt Rostand'scher Einfall: Die Stimme, die


